
v. l.: Christine Aigner, Peter Schuler, Franz Anneser, Thomas Maier, Marlene Schönberger, Dr. Reinhard Poetschke und Jutta Poetschke - Foto: Olivia Kreyling
Ganacker - pm (29.04.2026) Anlässlich des Jahrestags der Befreiung des ehemalige KZ-Außenlager Ganacker am 29. April 1945 gedachten die Grünen Dingolfing- Landau gemeinsam mit der Bundestagsabgeordneten Marlene Schönberger am Gedenkort Ganacker der Opfer des Nationalsozialismus. Etwa 500 vorwiegend jüdische Häftlinge aus 17 Nationen wurden bei menschenunwürdigen Bedingungen im Lager Ganacker, einem Außenlager des KZ Flossenbürg festgehalten.
Mindestens 138 Häftlinge wurden hier ermordet. Sie mussten in Erdlöchern bei Regen und Schnee leben. Als die Alliierten immer weiter nach Bayern vorrückten, begann die SS am 24. April 1945 das Lager zu evakuieren. Viele der nicht mehr gehfähigen Häftlinge wurden erschossen, oder starben an Unterernährung. Andere Gefangene wurden in sogenannten Todesmärschen bis nach Eggenfelden getrieben. Die US-Armee befreite das Lager am 29. April.
"Lokale Erinnerungsorte wie in Ganacker sind unverzichtbar", erklärt die Bundestagsabgeordnete Marlene Schönberger. "Diese Orte machen deutlich: Die Verbrechen haben hier, direkt vor unserer Haustür stattgefunden. Die nationalsozialistische Terrorherrschaft und die gezielte Ermordung, Verfolgung und Entrechtung von Millionen Menschen darf nicht aus dem öffentlichen Bewusstsein verdrängt werden. Es ist unser aller Verantwortung die lokalen Verbrechen aufzuarbeiten und daran zu erinnern. Mein Dank gilt allen Ehrenamtlichen, die diese lokalen Erinnerungsorte pflegen."
"Es ist wichtig, sich mit den Verbrechen auseinanderzusetzen, die hier im Landkreis stattgefunden haben", so Thomas Maier, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Kreistag Dingolfing-Landau. "Schon in der Schule kann im Geschichtsunterricht ein Bezug zu den lokalen Ereignissen hergestellt werden. Was damals in Ganacker passiert ist, darf nicht in Vergessenheit geraten. Es ist unsere Verantwortung alles dafür zu tun, dass sich diese schrecklichen Verbrechen nicht wiederholen können."
"Leider müssen wir feststellen, dass Angriffe auf das Erinnern und die Erinnerungsorte, die oft von Ehrenamtlichen gepflegt werden, zunehmen", berichtet Schönberger. "Dass erstmals eine Mehrheit der Bevölkerung einen Schlussstrich unter die deutschen Verbrechen im Nationalsozialismus setzen will, schlägt sich auch in der Zahl der Straftaten gegen Gedenkorte nieder. Die Bundesregierung muss endlich handeln: Es braucht Schutzkonzepte und entsprechende Mittel im Haushalt, um die kleinen Gedenkorte finanziell abzusichern."

