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Viele Besucher beim Herztag am Krankenhaus Landshut-Achdorf

Herztag Achdorfer

Die Referenten (v. l.) Oberarzt Dr. Maximilian Winhard, Oberarzt Dr. Florian Zauner und Leitende Oberärztin PD Dr. Stephanie Fichtner und Chefärztin Prof. Dr. Julinda Mehilli (2. v. l) - Foto: Elisabeth Lackermeier

Landshut - pm (23.11.2022) Rund 70 Zuhörer kamen am Samstag in den Hörsaal des Krankenhauses Landshut-Achdorf, um Antwort auf viele Fragen rund um das Thema Herzrhythmusstörungen zu erhalten. Das Expertenteam um Prof. Dr. Julinda Mehilli, Chefärztin der Medizinischen Klinik I am Krankenhaus Landshut-Achdorf, widmete sich im Rahmen der Herzwochen der Deutschen Herzstiftung in diesem Jahr dem Thema „Turbulenzen im Herzen – was tun?“. Dabei kamen die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten bei Herzrhythmusstörungen zur Sprache.

Rund 1,8 Millionen Menschen in Deutschland leiden an Vorhofflimmern. „Das Vorhofflimmern gehört zu den häufigsten andauernden Herzrhythmusstörungen. Es gibt viele verschiedene Ursachen und Sie sollten diese Erkrankung auf jeden Fall ernst nehmen, auch wenn diese Herzerkrankung manchmal anfangs symptomfrei verläuft,“ sagte Prof. Dr. Julinda Mehilli bei der Begrüßung der Zuhörer. Bei den meisten Menschen löst das Vorhofflimmern, vor allem beim ersten Auftreten, Beklemmung, Atemnot und Leistungsminderung aus. Muss die Rhythmusstörung behandelt werden? Welche Therapiemöglichkeiten bietet die moderne Kardiologie? Diesen Fragen beantworteten die Referenten beim diesjährigen Herztag der Medizinischen Klinik I am Krankenhaus Landshut-Achdorf.

Die Leitende Oberärztin Privatdozentin Dr. Stephanie Fichtner widmete sich der Erkennung und Behandlung des Vorhofflimmerns. Ist die alleinige medikamentöse Therapie ausreichend? Es gelte der ABC-Behandlungspfad, sagte PD Dr. Fichtner: Antikoagulatia (sog. Blutverdünner) zur Minimierung des Schlaganfallrisikos, bessere Symptomkontrolle sowie die Kontrolle der Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Übergewicht, Diabetes, Alkohol und Rauchen, aber auch Schlafapnoe.

Die moderne Kardiologie setze auf zwei Therapieansätze, um eine bessere Symptomkontrolle zu erlangen, so PD Dr. Stephanie Fichtner, zum einen die medikamentöse Behandlung zur Frequenzkontrolle, zum anderen die kathetergestützte Ablation des Vorhofflimmerns. Sowohl die hitze- als auch die kältebasierte Katherablation wird am Krankenhaus Landshut-Achdorf seit 15 Jahren angeboten. Wichtig sei bei der Behandlung des Vorhofflimmerns die individuelle Sicht auf den Patienten, das Schlaganfallrisiko, die Kontrolle der Symptome und welche weiteren Erkrankungen begleitend oder sogar ursächlich sind.

Oberarzt Dr. Florian Zauner sprach darüber, inwiefern undichte Herzklappen und Turbulenzen beim Herzschlag einander bedingen und zusammenhängen. Wenn die Herzklappe nicht mehr richtig schließt, klagen viele Patienten über Erschöpfung, Wassereinlagerungen und Atemnot. Die Therapieoptionen bei einer undichten Herzklappe stellte Dr. Florian Zauner im Vortrag vor. Er hob die sehr erfolgreiche kathetergestützte Klappenbehandlung mittels MitraClip und TriClip hervor, die am Krankenhaus Landshut-Achdorf als einzigem nicht-universitärem Zentrum in Niederbayern durchgeführt wird.

Oberarzt Dr. Maximilian Winhard sprach abschließend darüber, wie „Sex, Drugs and Rock’n Roll“ das Herz in oder aus dem Takt bringen können. Herzrasen oder –stolpern sind für Betroffene meist sehr beunruhigend. Wenn jedoch die Aufregung beispielsweise vor einem wichtigen Termin oder zu viel Alkohol als Auslöser für eine Taktstörung nicht in Frage kommen, oder die Herzrhythmusstörung öfter oder über längere Dauer vorkommt, sollte eine elektrophysiologische Untersuchung und genaue Diagnose erfolgen. Die offene Fragerunde nach jedem Vortrag nutzten die Besucher sehr interessiert und stellten viele persönliche Fragen zu Herzrhythmusstörungen.

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