
Mit der Entscheidung zur Umwandlung in eine Fachklinik geht der Blick der LA-Regio Klinik Vilsbiburg in eine gesicherter Zukunft. - Bildquelle: Sylvia Willax / LA-Regio Kliniken
Vilsbiburg – pm (13.08.2026) Mit der Entscheidung, das ehemalige Kreiskrankenhaus in eine Fachklinik umzuwandeln, haben die politischen Träger gemeinsam mit den LA-Regio Kliniken die Zukunft des Standortes sichergestellt. Denn der Schritt hin zur Fachklinik für degenerative Erkrankungen des Bewegungsapparates erfolgt keineswegs als Selbstzweck. Vielmehr ist diese Spezialisierung die wesentliche Voraussetzung für den nachhaltigen Erhalt der Klinik Vilsbiburg.
Ohne die Umwandlung zur Fachklinik stünde der Standort Vilsbiburg fortlaufend und als Gesamtes infrage. Dabei entstehen durch diese Spezialisierung auch zahlreiche Chancen und Möglichkeiten, die ausschließlich für Fachkliniken gelten.
Der Gesetzgeber definiert Fachkliniken als Gesundheitsversorger, die auf die Behandlung einer bestimmten Erkrankung, Krankheitsgruppe, Personengruppe oder eines bestimmten Leistungsspektrums spezialisiert sind und sich durch einen hohen Anteil an Patienten der jeweiligen Krankheitsbilder auszeichnen. Häufig haben sie einen überregionalen Versorgungsauftrag in wenigen ausgewählten Fachdisziplinen. Fachkliniken stehen im Mittelpunkt der spezialisierten Behandlung für die jeweiligen Fachdisziplinen und behandeln gegebenenfalls auch die schweren und schwersten Krankheitsbilder ihres medizinischen Spektrums. Fachkliniken zeichnen sich je nach Indikation und medizinischem Konzept durch sektorübergreifende Behandlungskonzepte aus. Ein Beispiel bildet hier die Kinderklinik St. Marien, die mit Ihrer fachspezifischen Ausrichtung auf die Pädiatrie hohes Ansehen weit über die Region hinaus genießt und höchstmögliche Qualität bietet.
Um den hohen Grad der Spezialisierung und die Konzentration auf wenige ausgewählte Fachgebiete zu gewährleisten, haben Kliniken der Stufe "Level F" die Möglichkeit, in Anbetracht der definierten und im Rahmen der Krankenhausreform veränderten Voraussetzungen der Leistungsgruppen mit anderen Einrichtungen zu kooperieren. Die Kooperationsvereinbarungen müssen schriftlich dokumentiert sein und können sowohl mit anderen Krankenhäusern als auch mit vertragsärztlichen Leistungserbringern geschlossen werden. Dieses Vorgehen ermöglicht eine bessere Ressourcennutzung und eröffnet innovative Wege in der Patientenversorgung. Für die Klinik Vilsbiburg wurde der Begriff der Fachklinik für degenerative Erkrankungen des Bewegungsapparates dabei möglichst weit gefasst, um mehrere Zentralisierungen in den Bereichen Endoprothetik, Wirbelsäulenchirurgie und gegebenenfalls Schmerztherapie zu ermöglichen.
Im Gegensatz zu allen anderen Klinikstandorten haben Fachkliniken die Möglichkeit, bestimmte Leistungsgruppen in Kooperation zu erbringen. Das heißt, dass bestimmte Vorgaben, die gesetzlich an die Leistungsgruppe gerichtet werden, nicht gemäß den Vorgaben der Krankenhausreform und seiner Leistungsgruppen an dem Standort direkt vorgehalten werden müssen. Als Teil der LA-Regio Kliniken kann der Standort Vilsbiburg somit auf große Vorteile beziehungsweise unkomplizierte und umfassende Kooperationsmöglichkeiten zurückgreifen.
Das Beispiel der LA-Regio Schlossklinik Rottenburg stellt seit 30 Jahren eindrucksvoll unter Beweis, welche Strahlkraft Fachkliniken entwickeln können. Als Fachklinik für Geriatrische Rehabilitation kann der pittoreske Standort an der Laaber dank entsprechender Kooperationen mit den Landshuter Standorten auch weiterhin akutgeriatrische Leistungen anbieten, obwohl entsprechend der Logik der Krankenhausreform zusätzlich zur Leistungsgruppe Geriatrie auch die Voraussetzungen der Leistungsgruppen Inneren Medizin und Intensivmedizin vorgehalten werden müssten. In weiteren Fachbereichen greifen die Experten der Schlossklinik bei Bedarf auf Kooperationen zurück.
Als zusätzliche Chance, Angebote und Leistungen langfristig an einem Fachklinik-Standort zu erhalten, dienen ferner die ohnehin bereits bestehenden MVZ-Strukturen. Auch hier kann das sektorenübergreifende Vorgehen an der Schlossklinik Rottenburg als Vorbild für die Klinik Vilsbiburg dienen: Im Rahmen einer allgemeinmedizinischen, internistischen und chirurgischen Sprechstunde dient die anrainende MVZ-Praxis am ehemaligen Kreiskrankenhaus Niederhatzkofen weiterhin als erste Anlaufstelle für viele Patienten. Kleinere Eingriffe können zudem bereits ambulant durchgeführt werden, dieser Trend wird sich gemäß den Maximen der Krankenhausreform noch weiter vertiefen. Ähnliche sektorenübergreifende Abläufe können und sollen zukünftig auch den Standort Vilsbiburg prägen und weiterentwickeln, dabei kann auf die bereits bestehenden Vernetzungen, beispielsweise in der Chirurgie, aufgebaut werden.

