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Lesen für die Demokratie: Gernot Häublein liest aus „Die Gehorsamen“

Gernot HäubleinGernot Häublein stellt am Freitag „Die Gehorsamen. Dokumentarischer Roman über drei deutsche Familien 1878–1949“ vor und bildet so den Abschluss der Demokratie-Lesereihe des VS Ostbayern. - Foto: Christine Vinçon

Landshut – pm (02.12.2022) Zum „Lesen für die Demokratie“ hat der Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller Bayern (VS Bayern) aufgerufen. In dieser Reihe steht auch die Lesung von Gernot Häublein aus Altfraunhofen am Freitag, 9. Dezember, aus seinem neuen dokumentarischen Roman gegen Rassismus und Krieg „Die Gehorsamen“.

Gemeinsam mit der Stadtbücherei Landshut veranstaltet der VS Bayern die Lesung um 20 Uhr im Veranstaltungssaal im Salzstadel (Steckengasse 308).

Der Landshuter Musiker Claudio Temporale begleitet die Lesung mit seiner Klarinette und vertieft ausgewählte Roman-Passagen. Mit Gernot Häubleins Lesung zu „Die Gehorsamen. Dokumentarischer Roman über drei deutsche Familien 1878–1949“ mit Musik findet das ostbayerische Programm in Landshut seinen feierlichen Abschluss.

Die erzählte reale Geschichte – ein Roman mit authentischen Dokumenten ‒ warnt vor dem Wiedererstehen von Gewalt-Politik, Diktaturen, Rassismus und Krieg mit lauter Stimme. Der 2022 im Berliner Vergangenheitsverlag erschienene Roman zeigt das Leben „einfacher Leute“ in Deutschland als Täter und Opfer in zwei katastrophalen Weltkriegen zwischen 1878 und 1949. Drei fränkisch-bayerische Familien ‒ darunter eine jüdisch-deutsche ‒ und über 70 dramatische Jahre werden beschrieben. Kriege und Rassenhass treiben erst die Paare Dora Türk und Anton Roth, dann eine Generation später Alma Türk und Karl Fleischmann in tiefe Krisen, Entfremdung und Trennung. Für Anton, den „Halbjuden“, führen die Jahre der Nazi-Diktatur in den Freitod, für Karl, den 109. Nazi, in Depression, Lagerhaft und Berufsverbot. Die Frauen Dora, Linda und Alma sorgen für das Überleben und Weiterleben in Kriegen und Nöten; Partner-Verlust, Kindestod und materielles Elend sind Prüfungen, die sie bestehen müssen.

Der renommierte Lektor Gernot Häublein erforschte jahrelang die Familien, deren Mitglieder er zu den Protagonisten seines Romans machte. Die Form des dokumentarischen Romans ergab sich für den Autor zwingend aus der Tatsache, dass die „harten Fakten“ der Geschichtsschreibung nicht ausreichen, um individuelles Handeln, Glück und Unglück zu beschreiben und zu erklären. „Nur die empathische und moralisch-kritische Erzählung führt in die Nähe der vielen einzelnen, oft verwandten, genauso oft aber widersprüchlichen historischen Wahrheiten“, sagt Häublein.

Die Lesung am Freitag, 9. Dezember, im Salzstadel wird von Bild- und Textdokumenten auf der Leinwand begleitet, welche die Mischung der Genres Dokumentation und Erzählung im Roman anschaulich macht und das Erzählte vertieft. Einlass ist ab 19.30 Uhr, Beginn um 20 Uhr. Karten gibt es für 9 Euro an der Abendkasse. Schülerinnen und Schüler sowie Studierende erhalten freien Eintritt.

Zum „Lesen für die Demokratie“ hat der Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller Bayern e.V. in den vergangenen Monaten in allen Teilen des Bundeslandes aufgerufen und mit seiner Demokratie-Lesereihe ein breites Angebot an Beiträgen zur Demokratiebildung aufgestellt. Alle Programmpunkte der großen Lesereihe sind auf der Internetseite des VS Bayern unter https://schriftsteller-bayern.de/demokratie-lesereihe-2022 zu finden. Sie wird gefördert vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst und wurde durch Zusammenarbeit mit der Therese-Literaturgesellschaft realisiert.

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