
Kreatives Denken und Schaffen wurde mit digitalen Hilfsmitteln umgesetzt. Im Künstlerhaus Gansberg entstanden neue Skulpturen Dank virtueller Techniken.
Altdorf – pm (16.07.2026) In der zweiten Julihälfte bietet das Künstlerhaus in Ganslberg auf Fritz und Maria Koenigs ehemaligen Atelier- und Wohnsitz einen vollen Terminkalender an. Bereits am vergangenen Wochenende fand ein Internationaler XR-Skulptur-Workshop statt. Am Freitag, 17. Juli, gibt es einen kreativen Nachmittag für die ganze Familie und am Samstag, 25. Juli, startet mit der Ausstellung „nah bei" ein neues Kapitel der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Erbe des berühmten Bildhauers Fritz Koenig.
Internationaler XR-Skulptur-Workshop
In Zusammenarbeit mit XR HUB Bavaria fand ein internationaler Workshop statt, der das ehemalige Atelier von Fritz Koenig für drei Tage in ein Labor zwischen Bildhauerei und virtueller Realität verwandelte. An dem durch das Bayerischen Staatsministerium für Digitales gefördert Projekt nahmen 19 Kunstschaffende teil. Anstatt mit Ton, Gips oder Metall zu arbeiten, medellierten die Teilnehmer mit virtuellen Materialien. So eröffnen sich neue Perspektiven, virtuelle Skulpturen zu schaffen und Koenigs Vermächtnis in die Gegenwart und darüber hinaus zu tragen.

Mit VR-Brillen tauchten die Künstlerinnen und Künstler zusammen mit Projektleiter Christian Schnurer (l.) in die Welt des digitalen Schaffens ein. - Foto: W. Götz
„So entstehen neue Möglichkeiten, das Erbe von Fritz Koenig in die Zukunft zu tragen“, erklärt Christian Schnurer, Projektleiter des Künstlerhaus Ganslberg. Eine Vision liegt darin, einen digitalen Zwilling des Anwesens am Ganslberg zu erstellen. Dank virtueller Realität kann der Betrachter in die verschiedensten Epochen von Fritz Koenig eintauchen und das Schaffen des bedeutenden Künstlers nacherleben. Diese digitale Technik wird bereits bei archäologischen Ausgrabungen angewendet. In der Praxis kann dann Koenigs „Rossmensch“ wieder an seinem angestammten Platz stehen.
Ganslberg Rallye – Auftakt der Jugendkunstschule Malwida
Eine besondere Entdeckungsreise für Familien gibt es bereits am morgigen Freitag im Künstlerhaus Ganslberg mit dem Auftakt der Jugendkunstschule Malwida. Spielerisch und mit allen Sinnen dürft die Teilnehmenden nachempfinden wie das Ehepaar Koenig gelebt und gearbeitet hat. In verschiedenen Stationen findet sich Aufgaben, die einen kreativen Nachmittag für die ganze Familie garantieren: An sechs Stationen können Kinder ab 6 Jahren gemeinsam mit Erwachsenen die Welt des Ganslbergs entdecken – von Aquarell-Planeten über Fotografie bis zur Wortwerkstatt. Für jede besuchte Station gibt’s einen Stempel, am Ende winkt ein kleiner Preis.
Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung wird empfohlen unter https://www.malwida.art/kurse/show/30669/.
Ab Sa. 25. Juli: „nah bei” – Drei Positionen zeitgenössischer Malerei

Sabine Berr, Helmut Geier und Heribert Heindl zeigen ab Samstag, 25. Juli, ihre Gemälde im Künstlerhaus Ganslberg.
Mit der Ausstellung „nah bei" eröffnet am Samstag, 25. Juli, um 11 Uhr im Künstlerhaus Ganslberg ein neues Kapitel künstlerischer Auseinandersetzung mit dem Erbe des berühmten Bildhauers Fritz Koenig. Drei etablierte MalerInnen aus München – Sabine Berr, Helmut Geier und Heribert Heindl – haben sich zusammengefunden, um in einem gemeinsamen Arbeits- und Ausstellungsprojekt eigene, eigenständige Positionen zu entwickeln, die sich der Spur Koenigs annähern, ohne sie zu kopieren.
Keiner der drei Künstler kannte Fritz Koenig persönlich, auch inhaltliche Berührungspunkte mit dessen bildhauerischem Werk gab es zunächst nicht. Und doch begegnen sie sich in dessen Aura: in der klaren, auf das Wesentliche reduzierten Architektur der Wohn- und Arbeitsräume am Ganslberg, in der schnörkellosen Ästhetik von Bildern, Keramik, Möbeln und Gerätschaften, die dort noch heute spürbar ist. Die Künstlergruppe betont ausdrücklich, dass sie nicht „in den Fußstapfen" Koenig'schen Schaffens wandeln, sondern „nah bei" seiner Spur etwas Neues, Eigenständiges schaffen will.
Der Ausstellungstitel greift dabei eine Landshuter Legende auf: den Araberhengst „Nahbay", einst als „schönstes Pferd der Welt" gefeierter Weltmeister aus der Zucht Fritz Koenigs vom Ganslberg. Zwischen dem Pferdenamen und dem titelgebenden „nah bei" entsteht ein doppelbödiges Wortspiel, das Nähe und eigenständige Distanz zugleich markiert.
Ausstellungsdauer: Sonntag, 26. Juli bis Sonntag, 13. September 2026
Öffnungszeiten: bis 16. August Sa./So. 11 bis 16 Uhr, danach nach Vereinbarung
Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit der Neuen Galerie Landshut.
Weitere Informationen unter: https://kuenstlerhaus-ganslberg.de/

