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30 Jahre Ahrend-Orgel: Festliche Klänge, zwei Trompeten und eine besondere Orgel

orgel vierzig lav.li. Stephan Halbinger, Jeni Böhm, Matthias Obermeier - Bild: Fotostudio Anita Frischhut

Landshut - pm (17.09.2026)  Seit 30 Jahren erklingt die Ahrend-Orgel in der Pfarrkirche St. Jodok. Dieses besondere Jubiläum wird am Samstag, 26. September, um 18 Uhr mit einem festlichen Konzert gefeiert. Drei Musikerpersönlichkeiten gestalten den Abend: Jeni Böhm an der Orgel sowie Stephan Halbinger und Matthias Obermeier an den Trompeten. - Seit ihrer Einweihung im Jahr 1996 ist die von der renommierten Orgelwerkstatt Jürgen Ahrend aus Leer in Ostfriesland gebaute Orgel ein prägendes Instrument der Kirchenmusik in St. Jodok. Mit ihren 15 Registern auf zwei Manualen verbindet sie handwerkliche Tradition mit einem charakteristischen, farbenreichen Klang.

Ihr Erscheinungsbild mit der gotisch anmutenden Dreiturmfassade aus Eichenholz fügt sich dabei harmonisch in den Kirchenraum ein.

Zum 30-jährigen Bestehen soll dieses besondere Instrument nun nicht nur gefeiert, sondern in seiner ganzen klanglichen Vielfalt erlebbar werden. Stiftsorganistin und Kirchenmusikerin Jeni Böhm hat dafür gemeinsam mit den Trompetern Stephan Halbinger und Matthias Obermeier ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt, von festlichem Glanz bis hin zur großen Klangfülle.

Das Konzert führt durch fünf musikalische Welten

Den Auftakt bildet Georg Friedrich Händels festliche „Arrival of the Queen of Sheba“. Es folgen Werke von Johann Sebastian Bach und Valentin Rathgeber, bevor mit Bachs berühmter Toccata und Fuge in d-Moll ein Werk erklingt, das wie kaum ein anderes mit dem Klang der Orgel verbunden wird. Danach wird es lyrisch und beinahe intim: Bachs Choralvorspiel „Schmücke dich, o liebe Seele“ trifft auf Robert Schumanns Romance op. 28 Nr. 2. Im Anschluss treten Orgel und Trompeten in einen virtuosen musikalischen Dialog – beim Concerto für zwei Trompeten und Orgel in C-Dur von Antonio Vivaldi. Zum Abschluss öffnet sich der Klangraum weit: Das Largo aus Antonín Dvořáks 9. Sinfonie „Aus der Neuen Welt“ bringt orchestrale Weite in die Kirche. So wird das Jubiläum zu einer musikalischen Reise durch ganz unterschiedliche Klangwelten: festlich und strahlend, kraftvoll und virtuos, aber auch ruhig, poetisch und berührend. Gerade die Kombination aus Orgel und zwei Trompeten verspricht dabei besondere Momente.

Dieser Wechsel der Stimmungen macht den Abend auch für Menschen interessant, die sonst nicht regelmäßig Orgelkonzerte besuchen. Festliche Trompeten, vertraute Melodien, leise und berührende Passagen sowie die überwältigende Klangfülle einer Kirchenorgel schaffen unterschiedliche emotionale Momente – vom unmittelbaren Wiedererkennen bis zum Staunen über die Möglichkeiten des Instruments.

Es musizieren Musiker mit verschiedenen musikalische Wegen

An der Orgel sitzt Jeni Böhm, Stiftsorganistin und Chorregentin an St. Martin sowie Kirchenmusikerin und Organistin an St. Jodok. Sie kam über Klavier, Violine und Komposition zur Kirchenmusik, studierte Komposition in Seoul und anschließend Kirchenmusik in München, unter anderem Orgel bei Prof. Winklhofer und Prof. Krapp sowie Chorleitung bei Prof. Michael Gläser. 2011 schloss sie ihr Studium an der Hochschule für Musik und Theater München mit dem A-Diplom ab. Seit 2017 ist Jeni Böhm in der Landshuter Stadtkirche tätig. Als künstlerische Leiterin der beliebten Orgelmatineen „Viertel vor Zwölf“ setzt sie regelmäßig besondere musikalische Akzente. Ihre Konzerttätigkeit führte sie als Soloorganistin und Dirigentin auch über die Region hinaus.

Stephan Halbinger, Jahrgang 1983 und in Landshut geboren, ist ein vielseitiger Trompeter mit tiefer Verwurzelung in der regionalen Musikszene. Er begann mit der Steirischen Harmonika, zwei Jahre später folgte die Trompete. Heute ist er in zahlreichen Blasorchestern, Sinfonie- und Kammerorchestern sowie bei kirchenmusikalischen Anlässen ak- tiv. Bekannt ist er außerdem als Gründer und Leiter der Formation „Blechbaraba“.

Auch Matthias Obermeier ist ein gebürtiger Landshuter und seit seiner Kindheit mit der Trompete verbunden. Bereits mit sechs Jahren erhielt er seinen ersten Unterricht, später folgten Ausbildungsstationen unter anderem bei Mathias Achatz und Prof. Guggenberger. Heute ist Obermeier als Solist, Ensemble-, Band- und Orchestermusiker tätig. Seine musikalische Bandbreite reicht von traditioneller und experimenteller Blasmusik über klassische Orchesterliteratur bis hin zu Rock und Pop. Der Kirchenmusik in Landshut ist er seit vielen Jahren besonders verbunden.

Für Jeni Böhm ist das Jubiläum mehr als ein Blick zurück: „30 Jahre Ahrend-Orgel“ bedeuten für sie drei Jahrzehnte lebendige Gottesdienste und Konzertmomente. Die Orgel orientiert sich klanglich an süddeutschen Vorbildern des 16. und 17. Jahrhunderts. Charakteristische Register wie Piffaro, Hohlflöte, Cornett und Regal ermöglichen eine au- ßergewöhnliche Vielfalt an Klangfarben. Eine modifizierte Temperierung unterstützt dabei die historische Klangäs- thetik. So kann das Publikum an diesem Abend erleben, wie unterschiedlich ein und dasselbe Instrument wirken kann: majestätisch und kraftvoll, zart und beinahe schwebend, brillant im Zusammenspiel mit den Trompeten oder getragen und tief bewegend. Damit wird die Ahrend-Orgel selbst zum eigentlichen Hauptdarsteller des Abends. Ein Jubiläumskonzert lebt jedoch nicht allein von den Noten. Es lebt von den Menschen, die sich versammeln, zuhö- ren und einen besonderen Moment miteinander teilen. Genau dazu möchte Jeni Böhm das Publikum einladen.

Das Konzert beginnt am Samstag, 26. September, um 18 Uhr, Einlass ist ab 17.30 Uhr. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen. Sitzplatzreservierungen sind über OK-Ticket, den Leserservice der Landshuter Zeitung, im Männerladen sowie über das Musikhaus Kamhuber möglich. Im Anschluss an das Konzert lädt die Gemeinde zu einem Sektempfang ein. Damit soll nicht nur die Orgel gefeiert werden, sondern auch das, was sie seit drei Jahrzehnten ermöglicht: Musik, Begegnung und gemeinsames Erleben. Ein Abend also für Orgelkenner – aber ebenso für alle, die sich von Musik überraschen, berühren und für einen Moment aus dem Alltag entführen lassen möchten.

v.li. Stephan Halbinger, Jeni Böhm, Matthias Obermeier - Bild: Fotostudio Anita Frischhut

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