Die Ahrend-Orgel ein lebendiger Bestandteil der Kirchenmusik und des kulturellen Lebens in Landshut.- Foto: Georg Böhm
Landshut - pm (29.09.2026) Mit herzlichen Worten begrüßte Pfarrer Füger die zahlreichen Besucher und Ehrengäste zum Jubiläumskonzert „30 Jahre Ahrend-Orgel“ in der Pfarrkirche St. Jodok. Die Kirche war bis auf den letzten Platz besetzt – ein eindrucksvolles Zeichen dafür, welchen Stellenwert die Ahrend-Orgel und die Kirchenmusik in der Pfarrgemeinde genießen.
Besonders willkommen hieß er Herrn Böllmann, den ehemaligen Regierungsbaumeister, der einst mit dem Projekt der Ahrend-Orgel beauftragt war und damit selbst ein Stück Geschichte dieses besonderen Instruments mitgestaltet hat.
Herr Böllmann ließ die Entstehungsgeschichte der Orgel noch einmal lebendig werden. Vor 30 Jahren fiel die Entscheidung, für St. Jodok ein Instrument zu schaffen, das eine besondere musikalische Ergänzung zur bereits vorhandenen Steinmeyer-Orgel darstellen sollte. Mit dem Orgelbauer Jürgen Ahrend aus Leer/Ostfriesland wurde ein renommierter Meister des historischen Orgelbaus gewonnen. 1996 wurde die Ahrend-Orgel schließlich in St. Jodok eingeweiht. Von Anfang an war ihr klangliches Konzept auf die Musik des 16. und 17. Jahrhunderts ausgerichtet. Damit entstand ein Instrument, das sich bewusst von der romantischen Klangwelt der großen Steinmeyer-Orgel unterscheidet und insbesondere die Musik der alten Meister authentisch und farbenreich wiedergeben kann.
Das Jubiläumskonzert wurde von Jeni Böhm, Stiftsorganistin und Chorregentin an St. Martin sowie Kirchenmusikerin und Organistin an St. Jodok und den Trompetern Stephan Halbinger und Matthias Obermeier gestaltet. Unter dem Leitgedanken verschiedener musikalischer Stilwelten präsentierten die drei Musiker ein Programm, das die zahlreichen Facetten der Ahrend-Orgel eindrucksvoll hörbar machte und zugleich eine musikalische Reise durch mehrere Jahrhunderte war.
Den festlichen Auftakt bildete Georg Friedrich Händels „The Arrival of the Queen of Sheba“. Mit strahlenden Trompetenklängen und dem kraftvollen Orgelklang entstand sofort eine feierliche Atmosphäre. Es folgten Johann Sebastian Bachs Duett „Wir eilen mit schwachen, doch emsigen Schritten“. Einen Höhepunkt monumentaler Orgelkunst bildete Bachs berühmte Toccata und Fuge in d-Moll. Jeni Böhm ließ dabei die ganze klangliche Kraft des Instruments aufleuchten. Wechselnde Klangfarben, kraftvolle Prinzipalstimmen und charakteristische Einzelregister machten die Interpretation zu einem eindrucksvollen Erlebnis. Anschließend zeigte die Orgel ihre leisere, poetische Seite. Bachs Choralvorspiel „Schmücke dich, o liebe Seele“ wurde zu einem Moment der Ruhe und Besinnung. Mit Robert Schumanns „Romance“wechselte die musikalische Sprache anschließend in die Romantik. Gerade dieser Kontrast machte deutlich, wie vielseitig die Ahrend-Orgel eingesetzt werden kann. Besonders festlich wurde es beim Concerto für zwei Trompeten und Orgel Antonio Vivaldi. Stephan Halbinger und Matthias Obermeier traten mit ihren Trompeten in einen virtuosen musikalischen Dialog. Präzise Einsätze, strahlende Höhen und ein harmonisches Zusammenspiel mit Jeni Böhm an der Orgel sorgten für einen weiteren Höhepunkt des Abends. Zum Abschluss des offiziellen Programms erklang das Largo aus Antonín Dvořáks 9. Sinfonie „Aus der Neuen Welt“. Die getragenen Melodien und der warme Klang der Instrumente verliehen diesem bekannten Werk eine besondere Feierlichkeit und orchestrale Weite. Nach den virtuosen und festlichen Stücken zuvor entstand ein ruhiger und berührender Ausklang. Der Abend sollte jedoch noch nicht zu Ende sein. Als Zugabe erklang „Highland Cathedral“. Die beiden Trompeten verliehen dem bekannten Stück einen festlichen Glanz und sorgten gemeinsam mit der Orgel für einen stimmungsvollen Abschluss.
Der langanhaltende Applaus und die stehenden Ovationen des Publikums zeigten eindrucksvoll, wie sehr die musikalische Gestaltung des Abends die Zuhörer berührt hatte. Die Begeisterung in der bis auf den letzten Platz besetzten Kirche war deutlich spürbar.
Die Musiker zeigten an diesem Abend eindrucksvoll, wie facettenreich das Instrument klingen kann: festlich und kraftvoll, fein und lyrisch, virtuos und getragen. So wurde das 30-jährige Bestehen der Ahrend-Orgel zu einem gelungenen Fest der Musik, der Geschichte und der Gemeinschaft – und zugleich zu einer würdigen Hommage an ein Instrument, das auch nach drei Jahrzehnten nichts von seiner besonderen Ausstrahlung verloren hat.
Pfarrer Füger lud die Besucher anschließend zum Sektempfang der Pfarrgemeinde St. Jodok ein. Die lebendige Kirchengemeinde nutzte die Gelegenheit, bei einem Glas Sekt den musikalischen Abend gemeinsam ausklingen zu lassen. Musiker, Ehrengäste und Besucher kamen dabei in herzlicher Atmosphäre zusammen.
Das Jubiläum machte eindrucksvoll deutlich, welchen besonderen Platz die Ahrend-Orgel inzwischen in St. Jodok einnimmt. Was vor 30 Jahren als sorgfältig geplantes Orgelbauprojekt begann, ist heute ein lebendiger Bestandteil der Kirchenmusik und des kulturellen Lebens in Landshut.

