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Bayerischer Bauerverband kritisiert komplexe Bürokratie

bauernverband

Landshut - pm (17.01.2019) Niederbayerns Bauern fühlen sich durch immer mehr und immer komplexere Vorschriften, die sie erfüllen müssen, unter Druck. Bei einem Fachgespräch in der Hauptverwaltung des Bezirks Niederbayern in Landshut betonte Gerhard Stadler, der niederbayerische Präsident des Bayerischen Bauernverbandes (BBV), dass sich vor allem Familienbetriebe mit der zunehmenden Regulierung schwertun.

Gerade die Tierhaltung werde immer schwieriger. So nehme nicht nur die Zahl der Halter, sondern auch der Tiere immer weiter ab. Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich hatte die Vertreter des Bauernverbands zum Gedankenaustausch eingeladen.

Heinrich und die Vertreter des Bauernverbands - neben Stadler der stellvertretende Bezirkspräsident Alois Bauer, BBV-Direktor Peter Huber sowie die stellvertretende Bezirksbäuerin Renate Stöckl - waren sich einig, wie wichtig die Landwirtschaft für Niederbayern ist, und dass diese der politischen Unterstützung bedarf. Für Heinrich ist die Regionalentwicklung eines der brennendsten Zukunftsthemen. Entscheidend werde dabei sein, ob es gelinge, die Attraktivität der gewachsenen Kulturlandschaft zu bewahren, die von bäuerlichen Betrieben geprägt ist. Der Landwirtschaft komme hier eine Schlüsselrolle zu. "Ohne bäuerliche Familienbetriebe hätte Niederbayern ein anderes Gesicht", betonte Heinrich.

Der Strukturwandel geht weiter

Mit dem heißen Sommer 2018 sind die niederbayerischen Bauern - nicht zuletzt auch dank des Dürreprogramms des Freistaats - nach Angaben des Verbandes "einigermaßen zurechtgekommen". Indes setzt sich der Strukturwandel im Agrarbereich weiter fort. Inzwischen geben allein fünf Prozent der Milchbauern jährlich auf. Akut in ihrer Existenz gefährdet seien viele Schweinehalter, sagte Stadler.

Vorreiterrolle bei der Ausbildung

Der Bezirk Niederbayern ist bei der Ausbildung von Landwirten mit dem Agrarbildungszentrum (ABZ) in Landshut-Schönbrunn einer der wichtigsten Akteure. Das ABZ ist nicht nur eine der ältesten Institutionen seiner Art in Deutschland, sondern auch eine der traditionsreichsten Einrichtungen des Bezirks. Die Inhalte, die in dem Bildungszentrum vermittelt werden, werden fortwährend an aktuelle Erkenntnisse und Anforderungen an den Berufsstand angepasst. Unterstützt vom Freistaat Bayern spielt das ABZ in vielen Bereichen wie der Nutzung von regenerativen Energien eine Vorreiterrolle. Dort sollen auch innovative Verfahren etwa zur Stromspeicherung oder eine Kleinbiogasanlage getestet werden.

Der Bezirk investiere regelmäßig kräftig, sagte Heinrich. Als Beispiel nannte er die jüngst vom Bezirksausschuss beschlossene Sanierung des ökologisch bewirtschafteten Lehrguts im ABZ, für die rund drei Millionen Euro veranschlagt werden. "Wir stehen zur weiteren schrittweisen Modernisierung des ABZ und halten es für die Landwirtschaft Niederbayerns für unverzichtbar", unterstrich Heinrich.

Möglichst viele Produkte aus der Region

Dem Bezirkstagspräsidenten liegt das Thema Regionalität auch mit Blick auf die Vermarktung der landwirtschaftlichen Produkte am Herzen. Künftig will der Bezirk beispielsweise dafür sorgen, dass in seinen Einrichtungen möglichst viele Produkte aus der Region angeboten werden. Heinrich versprach, sich weiter für die Landwirtschaft einzusetzen. Und man werde mit den niederbayerischen Bauern im Gespräch bleiben.

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