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Landesverein für Heimatpflege setzt sich für Teichwirte ein

Bayern - pm (02.12.2022) Der Bayerische Landesverein für Heimatpflege spricht sich für schnelle Maßnahmen zur Rettung der vom Fischotter bedrohten Teichwirtschaft in der Oberpfalz und in Mittel- und Oberfranken aus. Dies ist das Ergebnis einer Podiumsdiskussion, die der Landesverein in Weiden veranstaltete.

Geschäftsführer Dr. Rudolf Neumaier: "Wird nicht sofort etwas unternommen, werden wir in absehbarer Zeit sehr viele Teiche und damit eine einzigartige Kulturlandschaft in der Oberpfalz unwiederbringlich verlieren. Jetzt ist schnelles und pragmatisches Handeln notwendig! Fischotter müssen entnommen werden dürfen, ein Modellprojekt zu einer öffentlich geregelten Entnahme muss jetzt beginnen. Die gigantischen Schäden, die Fischotter bei den Teichwirten anrichten, sind die Ursache dafür, dass immer mehr Teichwirte die Karpfen-Bewirtschaftung aufgeben.

Darüber waren sich auf dem Podium alle Diskussionsteilnehmer einig, sowohl die Landtagsabgeordneten Alexander Flierl (CSU) und Christian Hierneis (Bündnis 90/Die Grünen), der im Bund Naturschutz die Kreisgruppe München leitet und nach eigenem Bekunden eine andere Auffassung vertritt als sein Landesverband, als auch eine Wissenschaftlerin der Landesanstalt für Landwirtschaft und ein Vertreter der Fischerei.

Teichwirte berichteten im Zuge der Podiumsdiskussion von 70 bis 80 Prozent Verlusten bei der diesjährigen Ernte, es gebe sogar einzelne Betriebe mit Totalausfällen wegen des Fischotters. Wer immer noch andere Faktoren wie Fischkrankheiten oder die Klimaerwärmung als angeblich nennenswerte Ursachen für das gegenwärtige Drama anführt, argumentiert unsachlich und ideologisch. Ich empfehle Politikerinnen und Politikern, die sich aus ihrer urbanen Perspektive trotz der für diese einzigartige Kulturlandschaft alarmierenden Situation gegen eine Entnahme von Fischottern aussprechen, dringend einen Besuch bei betroffenen Teichwirten."

Diese historische Kulturlandschaft könne nur erhalten werden, wenn sie weiterhin aktiv bewirtschaftet wird. Sie sei dadurch entstanden, dass die Menschen, die diese Gegenden kultivierten, sämtlichen Prädatoren nachstellten, die die Wirtschaftlichkeit ihrer Betriebe beeinträchtigten. Das blenden die Gegner einer Otter-Entnahme laut Neumaier aus. "Pflanzen lassen sich wesentlich leichter vor Wildtieren schützen als Karpfen vor dem Fischotter, der in den Teichgebieten der Oberpfalz und fränkischer Bezirke offensichtlich längst nicht mehr in seinem Bestand bedroht ist. Und Entnehmen muss ja nicht gleich Töten heißen."

Dr. Tobias Appl, Bezirksheimatpfleger der Oberpfalz und Mitglied im Vorstand des Landesvereins für Heimatpflege: "Die sehr interessante und an manchen Stellen - nachvollziehbarerweise - auch hoch emotionale Diskussion in Weiden hat eindrücklich gezeigt, dass es hier nicht um das Schicksal einiger weniger Teichwirte geht, sondern um die Zukunft eines ganzen Berufsstands und damit verbunden auch um die Zukunft einer jahrhundertealten, gewachsenen Kulturlandschaft in der mittleren und nördlichen Oberpfalz. Es steht also sehr viel auf dem Spiel und deshalb besteht akuter Handlungsbedarf. So appelliere ich an alle Interessensgruppen, Verbände, Behörden und die Politik, sich an einen Tisch zu setzen und gemeinsam pragmatische Maßnahmen zu erarbeiten, die zeitnah umgesetzt werden können."

Der Landesverein für Heimatpflege, dem der Erhalt bayerischer Kulturlandschaften ein großes Anliegen ist, wird sich weiterhin moderierend in die Debatte einbringen.

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