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Grüner unterwegs: Südostbayernbahn setzt auf Biokraftstoff

Südostbayernbahn

Sieben Fahrzeuge der Südostbayernbahn fahren ab sofort mit klimafreundlichem Biokraftstoff - Foto: Thomas Kiewning

Straubing - pm (10.07.2023) Die Deutsche Bahn (DB) und der Freistaat Bayern schicken bei der Südostbayernbahn (SOB) ab sofort sieben Fahrzeuge mit klimafreundlichem Biokraftstoff auf die Schiene. Diese werden auf der Gäubodenbahn von Neufahrn über Straubing nach Bogen und auf der Rottalbahn von Mühldorf nach Passau im Einsatz sein. Dafür hat die Konzerntochter DB Energie ihre Tankstelle am Bahnhof in Straubing für die Betankung mit HVO (Hydrotreated Vegetable Oil) ausgerüstet.

Bis Ende Juni 2024 fließen hier in dem Pilotprojekt rund 650.000 Liter Biokraftstoff, der rund 1.800 Tonnen CO2 einspart.

Oliver Terhaag, Vorstand Regio Schiene der DB Regio AG: „Wir als Deutsche Bahn betreiben bundesweit immer mehr Züge mit Biokraftstoff. Damit sparen wir rund 90 Prozent der CO2-Emissionen ein – ohne einen Diesel-Zug vorzeitig auszumustern zu müssen. Das ist gelebte Nachhaltigkeit. Mit jedem Griff zur HVO-Zapfsäule machen wir den Regionalverkehr noch klimafreundlicher – heute geben wir den Startschuss für Bayern. Das hier eingesparte CO2 entspricht einer mit dem PKW gefahrenen Strecke von über 5,5 Millionen Kilometern.“

Christian Bernreiter, Bayerischer Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr: „HVO-Kraftstoff ist eine klimafreundliche Alternative zum Diesel. Der Freistaat investiert mehr als 600.000 Euro in den einjährigen Testbetrieb. Darüber hinaus haben wir die Technische Universität Berlin mit einer wissenschaftlichen Begleitung beauftragt. Damit möchten wir genauere Informationen über Belieferung, Tankprozess, Kraftstoffverbrauch, Fahrdynamik, Motorenverschleiß und Schadstoffausstoß vor Ort erhalten. Ferner sollen die Kosten betrachtet werden. Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse werden wir anschließend entscheiden, ob die Betankung mit HVO auf weitere Schienenfahrzeuge in Bayern ausgeweitet wird.“

Biotanstelle

Biokraftstoff-Tankstelle in Straubing

Die Kosten für die Ausrüstung der Tankstelle haben der Freistaat Bayern und die DB gemeinsam finanziert. Die Mehrkosten für den HVO-Kraftstoff übernimmt der Freistaat für ein Jahr.

Der Freistaat Bayern möchte den Dieselbetrieb im Schienenpersonennahverkehr bis 2040 durch die Elektrifizierung von Bahnstrecken und den Einsatz von Akku- und Wasserstoff-Zügen beenden. Bis dahin werden noch Züge mit Verbrennungsmotoren im Einsatz sein. Deren Klimabilanz kann durch den Einsatz alternativer Kraftstoffe verbessert werden.
Der bei der SOB eingesetzte Kraftstoff HVO besteht aus biologischen Rest- und Abfallstoffen und ist frei von Palmöl. Dadurch steht er nicht in Konkurrenz zur Nahrungs- und Futtermittelherstellung. Der Ersatz von herkömmlichem Diesel durch HVO spart in der Gesamtbilanz etwa 90 Prozent der CO2-Emissionen ein. Der neue Kraftstoff verbessert die Klimabilanz der bisher mit Diesel betriebenen Triebwagen, ohne dass die Fahrzeuge eine Umrüstung benötigen. Voll funktionsfähige Züge und Lokomotiven müssen somit nicht vorzeitig ausrangiert werden, sondern sind deutlich klimafreundlicher unterwegs. Das spart Ressourcen und ist nachhaltig.

Durch den Einsatz von HVO verbessert die Deutsche Bahn die Klimabilanz ihrer Regionalzüge erheblich. Die DB realisierte bereits im Regional-, Fern- und Güterverkehr auf Strecken in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Schleswig-Holstein und Thüringen an insgesamt 14 Tankstellen den Einsatz des Biokraftstoffs HVO.

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