Bayern - pm (12.03.2026) Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV*) im Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) ist weit mehr als ein Mobilitätsangebot: Er ist ein zentraler Wirtschaftsfaktor für die gesamte Region. Das zeigt eine aktuelle Studie von MCube Consulting im Auftrag der MVV GmbH. Demnach erzeugt der ÖPNV im MVV-Gebiet jährlich eine gesamtwirtschaftliche Wertschöpfung von rund 5,6 Milliarden Euro – bei jährlichen Betriebskosten von etwa 1,6 Milliarden Euro.
Damit steht jedem investierten Euro ein wirtschaftlicher Nutzen von rund 3,60 Euro gegenüber.
Die Untersuchung macht deutlich, dass der gesellschaftliche und wirtschaftliche Nutzen des ÖPNV häufig unterschätzt wird. Neben direkten Effekten bei Verkehrsunternehmen und ihren Zulieferern entfaltet der ÖPNV seine Wirkung insbesondere in anderen Wirtschaftsbereichen: im Einzelhandel, im Tourismus, auf dem Immobilienmarkt sowie im Pendelverkehr. Hinzu kommen erhebliche Einsparungen bei externen Kosten, etwa durch weniger Umweltbelastungen, geringere Unfallfolgekosten und eine Entlastung der Verkehrsinfrastruktur.
ÖPNV als Rückgrat des regionalen Arbeitsmarkts
Besonders ausgeprägt ist die positive Wirkung des ÖPNV im MVV-Raum beim Tourismus (Wertschöpfung für den Tourismus durch den MVV von etwa 900 Mio. Euro), Einzelhandel (Wertschöpfungsbeitrag etwa 300 Mio. Euro) und vor allem beim Pendelverkehr. Allein bei den Pendlern liegt der Nutzen von Bus und Bahn deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt. Der ÖPNV ermöglicht tägliche Arbeitswege zwischen Stadt und Umland und ist damit ein zentraler Faktor für die Funktionsfähigkeit des regionalen Arbeitsmarktes. Insgesamt trägt der MVV allein in dieser Kategorie rund acht Prozent zur gesamten ÖPNV-Wertschöpfung in Deutschland bei – bei einem deutlich geringeren Bevölkerungsanteil von 3,8 %. Dies unterstreicht die herausgehobene Bedeutung des ÖPNV für den Arbeitsmarkt der Metropolregion München auch im nationalen Vergleich. Die aggregierte Wertschöpfung beträgt im Mittel 5,6 Mrd. Euro pro Jahr, womit der ÖPNV einen erheblichen Beitrag zu Wohlstand und regionaler Wirtschaftsleistung leistet. Sie entspricht somit ungefähr der Hälfte der gesamten touristischen Bruttowertschöpfung im MVV-Gebiet oder etwa drei Viertel der Einzelhandel Wertschöpfung im gleichen Gebiet.
Hohe Wertschöpfung – aber kein Selbstläufer
Die Studie zeigt zugleich: Diese hohe Wertschöpfung ist kein Selbstläufer. Sie ist das Ergebnis langfristiger Investitionen, verlässlicher Finanzierung und kontinuierlicher Weiterentwicklung des Angebots. Ohne eine dauerhafte politische und finanzielle Unterstützung würde die hohe positive ökonomische und gesellschaftliche Hebelwirkung des ÖPNV für Pendler, Einzelhandel und Tourismus mittel- bis langfristig spürbar nachlassen. Die Ergebnisse liefern damit eine belastbare, datenbasierte Grundlage für die weitere Diskussion über die Finanzierung und den Ausbau des ÖPNV im MVV-Gebiet. Sie machen deutlich, dass Investitionen in den öffentlichen Verkehr nicht nur einen Beitrag zu Klimaschutz und Lebensqualität leisten, sondern über alles ein ausgesprochen günstiges Kosten-Nutzen-Verhältnis von 1:3,6 haben. Das bedeutet, dass jeder Euro, der in den Betrieb des ÖPNV investiert wird, fast das Vierfache an wirtschaftlichem Nutzen erzeugt. Sowohl in der Stadt München als auch in den Landkreisen zeigt sich dieses positive Verhältnis in vergleichbarer Stärke. Damit zählt die Investition in Bus und Bahn auch zu den wirtschaftlich rentabelsten öffentlichen Investitionen der Region. Alle Infos zur Studie: https://www.mvv-muenchen.de/mcube-bericht-2026

