München - pm (30.07.2026) Der Wasserverbrauch Münchens ist seit dem Erlass der Allgemeinverfügung zur Wassernutzung am 14. Juli gesunken. Er variiert tageweise, ist aber in der Gesamttendenz in einen durchschnittlichen Bereich um die 330 Millionen Liter pro Tag zurückgegangen. Für die kommenden Tage sehen die Verbrauchsprognosen der Stadtwerke München zwar einzelne Spitzen aufgrund der heißen Temperaturen, im Mittel aber einen weiteren Rückgang aufgrund der bevorstehenden Sommerferien vor.
Die Landeshauptstadt München hat auf dieser Basis entschieden, die bis einschließlich 1. August geltende Allgemeinver-fügung zur Wassernutzung nicht zu verlängern. Auch die Wasser-Spar-anordnung der SWM läuft somit zum 1. August aus. Diese gilt über München hinaus für die Gemeinden und Ortsteile in der Region, die von den SWM mit Trinkwasser versorgt werden.
Florian Bieberbach, Vorsitzender der SWM Geschäftsführung: „Ich danke allen, die durch einen verantwortungsvollen Umgang mit Wasser zur Stabilisierung der Wasserversorgung beigetragen haben. Aber auch wenn die Einschränkungen nun aufgehoben werden können, ist weiterhin Maß halten erforderlich. Denn: Das Wasserdargebot unserer Hangquell- und Grundwasserfassungen ist aufgrund der viel zu geringen Nieder-schläge in den vergangenen 18 Monaten nach wie vor niedrig. Um weitere künftige Einschränkungen zu vermeiden, bitten wir deshalb drin-gend darum, das Trinkwasser auch weiterhin sorgsam und bewusst zu verwenden – und Wasser zu sparen, wo immer dies möglich ist.“
Aufgrund der über einen längeren Zeitraum anhaltenden Trockenheit hat sich im Laufe der Zeit an zahlreichen staatlichen Grundwassermess-stellen und Quellen in Südbayern eine sehr ausgeprägte Niedrigwasser-situation eingestellt. Der Niedrigwasser-Lagebericht des Bayerischen Landesamtes für Umwelt vom 24. Juli 2026 weist für das laufende Abflussjahr ein Niederschlagsdefizit von rund 32 Prozent aus – nachdem bereits das Jahr 2025 zu trocken war. Gleichzeitig wurde im Juni 2026 die bislang längste Hitzewelle seit Beginn der Beobachtungen beschrieben.
Diese Kombination aus anhaltend unterdurchschnittlichen Nieder-schlägen und außergewöhnlich hohen Temperaturen reduziert die Grundwasserneubildung und wirkt sich unmittelbar auf Quellen, ober-flächennahe Grundwasserleiter und Fließgewässer aus. Aktuell zeigen 81 Prozent der oberflächennahen Grundwasser-messstellen und Quellen sowie 74 Prozent der Messstellen der tieferen Grundwasserstockwerke in Bayern niedrige Verhältnisse.
Grundsätzlich handelt es sich im Wasserkreislauf um ein System, in dem auf natürliche Weise ständig neu Wasser nachgebildet wird. Aufgrund der klimatischen Bedingungen befindet sich dieses System aktuell unter An-spannung. Aufgabe der SWM als Versorger ist es, bei der Wasserbe-wirtschaftung darauf zu achten, dass sich Wassergewinnung und -ver-brauch in einem ausgewogenen Verhältnis befinden. Sollte es erforder-lich werden, ist daher der erneute Erlass einer Wasser-Sparanordnung durch die SWM nicht auszuschließen.
Da für die Zukunft damit zu rechnen ist, dass solche Ausnahmephasen häufiger auftreten, wird derzeit an einer Strategie gearbeitet, um die Wasserversorgung der Stadt München auch vor dem Hintergrund sich verändernder klimatischer Bedingungen wie anhaltender Trockenheit und Hitzeperioden langfristig sicherzustellen. Dabei werden unterschiedliche Maßnahmen betrachtet – von der nachhaltigen Nutzung bestehender Wasserressourcen über Verbrauchsmanagement und Infrastruktur-maßnahmen bis hin zu wasserrechtlichen Fragestellungen.

