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FDP: Laufzeitverlängerung bei Kernkraftwerken unumgänglich

FDP Niederbayern Isar 2 Nicole Bauer

v. l.: Die Delegation der FDP Niederbayern mit Unterstützung von einigen Bundestagskollegen Muhanad Al-Halak (7. v. l.), Alexander Müller MdB (13. v. l.), Claudia Raffelhüschen MdB (14. v.l .), Nicole Bauer MdB (20. v. l.) und dem Leiter für Standortkommunikation Bernd Gulich (21. v. l.).

Ohu/Essenbach – pm (04.08.2022) Die FDP-Niederbayern spricht sich deutlich für eine Laufzeitverlängerung von drei bis fünf Jahren der noch bestehenden drei Kernkraftwerke in Deutschland aus. Im Rahmen der Sommertour der Liberalen besuchten sie Isar II um sich ein Bild vor Ort bzgl. Personal, Brennstoffverfügbarkeit, Machbarkeit und technischen Stand der Anlage zu machen.

Bereits im Frühjahr 2022 beschloss die FDP-Niederbayern auf ihrem Bezirksparteitag eine Laufzeitverlängerung der bestehenden Kernkraftwerke von mindestens drei bis fünf Jahren. Auf dem folgenden Landesparteitag im April 2022 kippten sie schließlich gemeinsam mit den JuLis Bayern die bis dahin vorhandene Beschlusslage des FDP Landesverbandes. Bereits damals betonte die heimische Bundestagsabgeordnete Nicole Bauer, dass wir aufgrund des Krieges in der Ukraine, der drohenden Versorgungslage im Hinblick auf Wärme sowie Energie und den Verfehlungen der letzten Jahre ein Umdenken in der politischen Ausrichtung in der Energiepolitik brauchen: „Versorgungssicherheit, Verfügbarkeit und Bezahlbarkeit muss im Vordergrund stehen – für unsere Bürgerinnen und Bürger sowie für unseren Industriestandort Bayern.“

Isar II aus der Region aktuell im bundesweiten Fokus

Gemeinsam mit den niederbayerischen Bundestagsabgeordneten Nicole Bauer und Muhanad Al-Halak sowie den Bundestagskollegen der Haushaltspolitikerin Claudia Raffelhüschen aus Baden-Württemberg und dem Verteidigungspolitischen Sprecher Alexander Müller aus Hessen informierte sich die FDP-Niederbayern kürzlich direkt vor Ort am Kernkraftwerk „Isar 2“ in Ohu. Mit dabei waren auch der niederbayerische Bezirksrat Michael Deller und die Landshuter Stadträtin Kirstin Sauter. Empfangen wurde man zu einem mehrstündigen Austausch und zu einer umfangreichen Führung durch das Kraftwerk vom Leiter für Standortkommunikation Bernd Gulich und vom Standortleiter Dr. Carsten Müller.

Seit 1988 ist das Kernkraftwerk Isar 2 in Betrieb und erzeugte seitdem 396 TWh Strom. Mit dieser Menge könne man 55 Jahre lang die Stadt München versorgen. Am Beispiel von Isar 1 erklärte Gulich der Gruppe zudem, wie der Rückbau-Prozess abläuft. Ca. 18 Jahre dauere es, vom Einholen der Rückbau-Genehmigungen bis das Kraftwerk endgültig zurückgebaut ist.

„Deutschland steckt in einer noch nie dagewesenen Energiekrise. Wir müssen in der jetzigen Lage alle vorhandenen Energiequellen im Netz nutzen, um die Netzstabilität und Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Ideologisches Denken hilft nichts. Wenn wir der Realität ins Auge schauen, führt kein Weg an einer Laufzeitverlängerung der drei noch bestehenden Kernkraftwerke in Deutschland vorbei. Diese Zeit muss genutzt werden, um das Niedrig- und Mittelspannungsnetz zu ertüchtigen und die erneuerbaren Energien weiter auszubauen“, so die niederbayerischen Bundestagsabgeordneten Nicole Bauer und Muhanad Al-Halak.

Das Kernkraftwerk „Isar 2“ liefert rund 12 Prozent der bayerischen Stromerzeugung und versorgt 3,5 Millionen Haushalte mit Strom. Auf diesen Strom kann laut der FDP Niederbayern sowie auch den Aussagen der Bundesnetzagentur aktuell nicht verzichtet werden. „Es ist schon bezeichnend, wie Denkverbote unser Land regieren. Statt pragmatische Lösungen zu finden, werden leicht widerlegbare Erklärungen gesucht, warum eine Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke angeblich nicht machbar sei. Es scheitert aktuell eher am politischen Willen der Grünen, nicht an der technischen Machbarkeit“, so Bauer kritisch.

Tatsächlich bestätigen die Verantwortlichen vor Ort die Möglichkeit das Kernkraftwerk in Ohu weiterlaufen zu lassen: Ein Weiterbetrieb sei aktuell noch realisierbar. Und auch die notwendige Beschaffung von Brennstäben sei nach einem Streckbetrieb ohne die Beteiligung Russlands innerhalb rund eines Jahres möglich. Allerdings benötige man Vorort zeitnah eine politische Entscheidung um Planungssicherheit zu bekommen und die notwendigen Maßnahmen für einen Weiterbetrieb auf den Weg zu bringen, wenn das KKI2 wirklich gebraucht werden sollte.

Die FDP-Niederbayern wird sich mit ihren Mandatsträgern um Nicole Bauer und Muhanad Al-Halak auf Bundesebene vehement für eine Laufzeitverlängerung einsetzen. Bereits zuvor hatten die beiden jungen Abgeordneten mit Erfolg für den Erhalt der kleinen und mittleren Wasserkraftanlagen in Bayern gekämpft.

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