pm (16.08.2026) Die Gemeinschaft der Betroffenen und Gegner der Autobahn Regensburg–Rosenheim (B15 neu) e. V. von 1974 und die Bürgerinitiativen „Stop B15 neu“ wenden sich mit einem offenen Brief an den Bundesminister für Verkehr, Steffen Bilger. Darin fordern sie die Planungen für die Autobahn ähnliche Bundesstraße zwischen der A92 und Geisemhausen auf den Prüfstand zu stellen.
Sehr geehrter Herr Bundesminister Bilger,
im Namen der Gemeinschaft der Betroffenen und Gegner der Autobahn Regensburg–Rosenheim (B15 neu) e. V. von 1974 sowie der Bürgerinitiativen „Stop B15 neu“ gratulieren wir Ihnen herzlich zu Ihrem Amt und wünschen Ihnen für die anstehenden Aufgaben eine glückliche Hand.
Mit Ihrem Amtsantritt bietet sich die Chance, die Prioritäten der deutschen Verkehrspolitik neu auszurichten – hin zu mehr Klimaschutz, Haushaltsdisziplin und einer konsequenten Stärkung des öffentlichen Verkehrs.
Die Planungen der B15 neu zwischen der A92 und Geisenhausen gehören dringend auf den Prüfstand. Für lediglich rund 15 Kilometer Strecke werden inzwischen 570 Millionen Euro Baukosten veranschlagt. 2014 lag die Kostenschätzung noch bei 214 Millionen Euro – eine Steigerung um 166 Prozent.
Doch die reinen Baukosten greifen viel zu kurz. Werden die erheblichen Folge- und Lebenszykluskosten für Betrieb, Instandhaltung und Erneuerung einbezogen – insbesondere aufgrund des im Bauabschnitt 2 (BA 2) geplanten langen Tunnels –, belaufen sich die finanziellen Belastungen aktuell bereits auf geschätzte 1,12 Milliarden Euro. Weitere Kostensteigerungen sind zu erwarten.
Diese finanziellen Verpflichtungen stehen aus unserer Sicht in keinem angemessenen Verhältnis zum tatsächlichen verkehrlichen Nutzen und sind angesichts knapper öffentlicher Kassen nicht mehr zu rechtfertigen.
Hinzu kommt: Die Östliche Ortsumfahrung Landshut (O-OU Landshut) besitzt keine herausragende bundesweite Verkehrsbedeutung. Sie adressiert vor allem lokale und regionale Mobilitätsbedarfe, die aus unserer Sicht mit anderen, deutlich günstigeren und nachhaltigeren Maßnahmen besser gelöst werden könnten.
Auch die ökologischen Folgen der geplanten Trasse wiegen schwer. Die B15 neu würde wertvolle Natur- und Kulturlandschaften zerschneiden und dauerhaft beeinträchtigen.

