Cookie Einstellungen

Um Ihnen ein angenehmes Online-Erlebnis zu ermöglichen, setzen wir auf unserer Webseite Cookies, darunter auch Tracking Cookies von Drittanbietern, ein. Detaillierte Informationen und wie Sie der Verwendung von Cookies jederzeit widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen. Mit Klick auf den Einverstanden-Button erklären Sie sich mit der Nutzung von Cookies einverstanden. Mehr...

Einverstanden

Rundschau LA Logo

LA-Bowling
  • Home
  • Landshut
    • Politik
    • Soziales
    • Leute
    • Polizei / Gericht
    • Umwelt und Klima
    • Bildung und Schule
    • Verkehr
    • Kurzmeldungen
  • Landkreis / NB / BY
    • Landkreis
    • Niederbayern
    • Bayern
  • Sport
  • Kultur
    • Kino
    • Theater
    • Konzert
  • Wirtschaft
  • Gesundheit
  • Lesermeinung
  • Mediadaten
  • Archiv

Zukunft aus Lehm: Künstlerhaus Ganslberg präsentiert Forschungsprojekt „Mud y Máquina“

Studierende Lehmbau

Die Studierenden in ihrem neu geschaffenen Forschungsprojekt, bei dem Weidengeflecht mit Robotern mit Lehm besprüht wurden. - Fotos: Hannes Eichler & Milena Pospischil

Altdorf/Ganslberg – pm (12.10.2026) Lehm, Weide und ein Roboterarm: Am Freitagabend, 9. Oktober, wurde in der Kugelhalle des Künstlerhauses Ganslberg „Mud y Máquina“ eröffnet. Das interdisziplinäre künstlerische Forschungsprojekt hat die US-Künstlerin Virginia San Fratello gemeinsam mit Forschenden des Sonderforschungsbereichs TRR 277 AMC und Studierenden der Technischen Universitäten München und Braunschweig entwickelt. Entstanden ist eine geschwungene Wand aus Weidengeflecht, auf die ein Roboter Lehm gesprüht hat.

Nach Grußworten des Landshuter Stadtrats und  Vorstandsmitglieds in der Fritz-und-Maria-Koenig-Stiftung, Christoph Rabl, und des Altdorfer Bürgermeisters Sebastian Stanglmaier stellte die Künstlerin ihr Werk vor: als Antwort auf die Klimakrise, als Brücke zwischen den Kulturen und als Ermutigung an eine junge Generation, die Zukunft selbst zu bauen. Als Gast würdigte der Architekturforscher David Andreen von der Universität Lund das Projekt.

Das Projekt

„Mud y Máquina“ bringt Erde, Naturfasern, Robotik und menschliche Hände zusammen. Das gewobene Tragwerk und die Oberfläche aus Lehm greifen die lange Tradition des Handwerks auf, der regionalen Materialien und des Bauens mit dem, was vor Ort verfügbar ist, und öffnen diese Praktiken zugleich für neue digitale Werkzeuge. Im Zentrum steht die Frage, was geschieht, wenn Maschinen das im Handwerk überlieferte Wissen unterstützen, statt es zu ersetzen. Das Werk ist Kunstwerk und Einladung zugleich, lokalere, nachhaltigere und kollaborativere Formen des Bauens zu denken.

Den Anstoß gaben vor gut einem Jahr die Professoren Kathrin und Norman, die San Fratello, AMC Mercator Fellow, Einblick in die Forschungsdossiers ihrer Universitäten gewährten. Daraus entwickelten sie gemeinsam den Plan für das Forschungsprojekt. Seit Anfang 2026 arbeitete die Künstlerin mit einem internationalen Team von Studierenden aus Braunschweig, München und Hannover. Acht bis neun Monate hat es gedauert, die Skulptur zum Leben zu erwecken.

Der Ort ist mit Bedacht gewählt. In der Kugelhalle schuf Fritz Koenig einst die Großskulptur „The Sphere“ für den Platz vor dem World Trade Center in New York. Nun arbeitet hier, auf dem früheren Anwesen des Bildhauers, ein Roboter mit Lehm.

Unter den Gästen war auch Dr. Clemens Knobling, Leiter des Referats Kultur und Heimatpflege beim Bezirk Niederbayern, Bezirksheimatpfleger und wissenschaftlicher Leiter der Freilichtmuseen Finsterau und Massing. Gekommen waren zudem die Professorinnen und Professoren aller beteiligten Technischen Universitäten sowie eine Gruppe Studierender der Universität Lund aus dem Fachbereich von bioDigital Matter Lab am Institut für Architektur der Universität Lund.

Grußworte: Neugier, Dialog und der Wunsch nach Dauer

Christoph Rabl, Vorstandsmitglied in der Fritz-und-Maria-Koenig-Stiftung und Stadtrat in Landshut, erinnerte daran, wie wenig es manchmal braucht, um etwas zu schaffen: eine Handvoll Erde. Dazu aber brauche es Struktur, ein Konzept und vor allem Neugier, „die Neugier für Funktionsweisen und die Neugier für Prozesse“. Hier begegneten sich Kunst und Wissenschaft. Noch immer liege in dieser „wahrlich erhabenen Scheune“ etwas von der Aura der „Sphere“, und das neue Werk stehe sehr gut in dieser Nachfolge. Kunst zu erhalten und zu bewahren, „was unser Stiftungszweck ist“, heiße für ihn, in einen Dialog mit der Gegenwart zu treten. Darin gewinne das alte Werk neue Bedeutungsschichten und gebe zugleich seine Essenz an das neue weiter. Für die Zukunft sieht Rabl das Künstlerhaus als gesicherten, besonderen Ort im kulturellen Gedächtnis, in Bayern verankert und in die ganze Welt ausstrahlend. Als Königsweg dorthin schlug er einen Fritz-Koenig-Weg zwischen Altdorf und Landshut vor, gesäumt von Skulpturen, Tafeln und Gedanken. „Seien wir und bleiben wir neugierig.“

Vernissage Mud y Máquina

Die Teilnehmenden an der Vernissage „Mud y Máquina“ in der Kugelhalle des Künstlerhauses Ganslberg.

Sebastian Stanglmaier, Bürgermeister des Marktes Altdorf, lobte die neue Projektleitung des Künstlerhauses: Seitdem Christian Schnurer das Künstlerhaus mit Herzblut voranbringe, habe er ein sehr gutes Gefühl, was die Zukunft des Anwesens anbelangt. Dass mit der TU erstmals die Wissenschaft auf den Ganslberg komme, macht ihm Hoffnung, dass sich solche Experimente verstetigen und daraus eine dauerhafte Institution wird. Sein Dank galt der Künstlerin und den Studierenden aus aller Welt für das Herzblut, das sie in die Arbeit gesteckt haben.

Virginia San Fratello: Eine Zukunft aus Lehm

„Guten Abend, meine Damen und Herren“, begann Virginia San Fratello auf Deutsch, um gleich zu gestehen, das sei schon fast ihr ganzes Deutsch. Sie dankte für das Kommen, dem Sonderforschungsbereich AMC für die Zusammenarbeit und den, wie sie sagte, fabelhaften Studierenden, mit denen zu arbeiten ihr eine Freude gewesen sei.
Drei Gründe machen das Werk für sie bedeutsam.

Der erste: Wir leben inmitten einer Klimakrise, und Architektur, Ingenieurwesen und Bauindustrie tragen erheblich dazu bei. Sie erzeugen viel Abfall, der auf Deponien landet, verwenden Baustoffe, deren Herstellung enorm energieintensiv ist, und verschiffen Material rund um die Welt, unter hohem Verbrauch von Öl und Erdgas. „Mud y Máquina“ sei deshalb ein Aufruf, Baustoffe und Bauweisen für die Zukunft neu zu denken.

San Fratello erinnerte an das Smithsonian, den größten Bildungs-, Museums- und Forschungskomplex der Welt. Zum 40. Jubiläum seines Magazins habe es vorhergesagt, die anspruchsvollen Gebäude der Zukunft würden aus Lehm gebaut. „Es ist mein Ziel, das Wirklichkeit werden zu lassen.“ Da es im Schnitt etwa 30 Jahre dauere, bis eine neue Technologie zur Normalität wird, dürfe man robotisch gesprühtes Lehmflechtwerk nach dieser Rechnung im Jahr 2056 erwarten.

Eine Technik, die uns verbindet

Der zweite Grund: In einer politisch gespaltenen Welt zeige das Projekt, wie Menschen über Kulturen hinweg zusammenfinden können. Das Team stammt aus Südamerika, Nordamerika, Europa und Westasien, aus Regionen, in denen in den vergangenen 6000 Jahren in unterschiedlichem Maß mit Lehmflechtwerk gebaut wurde. Eine uralte Bautechnik, die diese zeitgenössische Gruppe von Menschen miteinander teilt. „Sie ist in uns eingeschrieben, in unseren Geschichten des Machens.“ Es sei wunderbar gewesen zu erleben, wie dieses Erbe im gegenwärtigen Moment wieder an die Oberfläche dringt.

Die Kraft, die Zukunft zu bauen

Der dritte Grund gilt den Studierenden. Sie haben ihr unterschiedliches Fachwissen zusammengeführt, um etwas zu bauen, das größer ist als sie selbst. Das sei schwer, gerade für junge Menschen: zu spüren, dass man etwas in die Welt setzen kann, das über einen selbst hinausgeht. Nicht nur am Schreibtisch die Zukunft zu entwerfen oder zu simulieren, sondern die Kraft zu haben, sie zu bauen. Allen, die hier vielleicht zum ersten Mal etwas geschaffen haben, wünschte sie diese Erkenntnis. Denn wer etwas schaffen kann, hat auch die Kraft, die Art zu verändern, wie die Welt und die gebaute Umwelt entstehen. „Wir schauen auf euch, wenn es darum geht, woraus die Zukunft gemacht sein wird und wie sie gemacht wird.“

Roboterarm sprüht Lehm

Der Roboter bei der Arbeit für die Forschung am Bauen der Zukunft.

Lehm, Weide und Maisblätter

Das Werk selbst ist eine fortlaufende Kurve, eine S-Kurve. Eine Seite ist mit Lehm verputzt, den der Roboterarm aufgesprüht hat. Das erforderte eine äußerst komplexe Koordination zwischen Roboterbasis und Roboterarm. So entstand auf der Oberfläche ein schönes Waffelmuster, das von Hand nicht herzustellen gewesen wäre, einer der Vorteile des Roboters. Die Rückseite der Wand legt die Weide, das Tragwerk, frei, auf das der Lehm gesprüht wurde.

Hinzu kam spontan ein drittes Element: Maisblätter, gefunden auf dem Feld gleich nebenan. Das Team habe die Schönheit der natürlichen Umgebung betrachtet und daraus die Idee entwickelt, das eigene, ganz und gar lokale Material in das Projekt einzubeziehen.

Ein Raum für alle Sinne

Vom Boden aus, so San Fratello, gehe es ums Entdecken, denn das Werk spricht viele Sinne an. Natürlich habe es visuelle Qualitäten. Wer aber in die Räume hineingeht, bemerkt, dass es dort anders riecht. Im Lehmraum klingt es anders, die Akustik verändert sich. So lasse sich spüren, auf wie viele Weisen man selbst und der Raum berührt werden. Von oben schließlich erschließen sich die Gesamtform und ihre Geometrie.

Der Blick zurück als Inspiration

Zum Abschluss dankte San Fratello allen Mitgliedern des Teams und überreichte jedem ein Buch von Julia Watson, die über indigene, radikale Technologien und Praktiken schreibt. Damit verband sie eine Botschaft: Wer über die Zukunft nachdenkt, möge in die Vergangenheit blicken und sich von ihr inspirieren lassen.

Wo Vergangenheit und Zukunft sich treffen

Als Gast sprach David Andreen, Associate Professor und Leiter des bioDigital Matter Lab am Institut für Architektur der Universität Lund. Die Mittel, mit denen wir heute arbeiten, eröffnen völlig neue Möglichkeiten, sagte er. Sie erlaubten es, diese Prozesse zu nutzen und Dinge zu machen, die vorher nicht möglich waren. „Ich denke, dieses Projekt ist ein sehr inspirierendes Beispiel dafür, wie Techniken aus der Vergangenheit auf die Technologien, die Prozesse und das Denken der Zukunft treffen.“ In manchen Fällen könne daraus etwas in Formen entstehen, die man noch vor zehn Jahren nicht hätte erwarten können.

Ausblick: Der Ganslberg als Lernort

„Mud y Máquina“ bleibt kein Einzelfall. Das Künstlerhaus Ganslberg hat eine Zusammenarbeit mit der Technischen Universität München begonnen, und noch im Oktober folgt das nächste gemeinsame Projekt, diesmal zum Thema Keramik. Damit nimmt die Hoffnung von Bürgermeister Stanglmaier, solche Experimente mögen sich am Ganslberg verstetigen, bereits konkrete Gestalt an. Beide Projekte sind Teil des neuen Konzepts, mit dem sich das Künstlerhaus zu einem kulturpädagogischen Zentrum für Niederbayern entwickelt.

Bernhard Schindler Wolfgang Bosbach

Wetter Landshut

Heute 14°C
Morgen 14°C
14.10.2026 16°C
© Deutscher Wetterdienst
Bernhard Schindler Wolfgang Bosbach
Mit welcher Schulnote bewerten Sie den Landshuter ÖPNV?
Künstlerhaus Tag des offenen Denkmals

rundschau Leserstatistik

Rundschau Leserstatistik

Künstlerhaus Tag des offenen Denkmals

Die Top 9 aus 49 Tagen

  • „Zukunft statt Kahlschlag“: BMW-Beschäftigte in Dingolfing & LA werben am Aktionstag (21.9.) für sichere Arbeitsplätze
  • Polizei räumt Cervenys' Hanfladen in der Theaterstraße aus
  • So., 27.09. Söder kommt zum Trauerakt und Requiem zu Ehren des verstorbenen Alt-Oberbürgermeisters und Ehrenbürgers Josef Deimer
  • „Zukunft statt Kahlschlag“: Hunderte Beschäftigte setzen bei BMW Dingolfing & Landshut ein klares Zeichen
  • Leipfinger-Bader setzt Engagement für EV Landshut fort
  • Verkehrsunfall von drei Pkws und Lkw mit schwer Verletzten
  • Vilsbiburger Landwirtfamilie verliert Winterfutter bei Brand: Nachbarin startet Spendenaufruf
  • Kosovo/Serbe (52) greift Ehefrau (45) an - Fünf Mädchen kümmern sich um Verletze
  • 2:1 – Der EVL hats gegen Rosenheim kenna und gwunna
Bernhard Schindler Wolfgang Bosbach

rundschau24

  • Impressum
  • Datenschutzerklärung
  • Transparenzverordnung

rundschau 24 unterstützen

Vielen Dank für Ihre Bereitschaft die Arbeit der landshuter rundschau via PayPal zu unterstützen.

Copyright © 2018 Landshuter Rundschau. All Rights Reserved. Created by Landshuter Rundschau
  • Home
  • Landshut
    • Politik
    • Soziales
    • Leute
    • Polizei / Gericht
    • Umwelt und Klima
    • Bildung und Schule
    • Verkehr
    • Kurzmeldungen
  • Landkreis / NB / BY
    • Landkreis
    • Niederbayern
    • Bayern
  • Sport
  • Kultur
    • Kino
    • Theater
    • Konzert
  • Wirtschaft
  • Gesundheit
  • Lesermeinung
  • Mediadaten
  • Archiv