München - pm (28.10.2026) Bei der Suche nach einem sicheren Atommüll-Endlager bleiben Gebiete in Bayern weiterhin im Fokus der Suche. Das zeigt der neue Arbeitsstand der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE). In der Oberpfalz und im Bayerischen Wald stehen weitere Untersuchungen aus – voraussichtlich 2027 wird Klarheit herrschen.
Toni Schuberl, Landtagsabgeordneter aus Niederbayern, zum Bayerischen Wald: „Ich hätte mir gewünscht, dass der Bayerische Wald endlich ausscheidet. Aber das streng wissenschaftliche Verfahren ist der einzig richtige Weg. Hoffen wir auf die endgültige Empfehlung Ende 2027. Es darf bis dahin zu keiner politischen Einmischung kommen. In einem politischen Verfahren würden wir als dünnbesiedelte Grenzregion den Kürzeren ziehen.“
Martin Stümpfig, Sprecher für Energie und Klimaschutz der Landtags-Grünen, sagt: „Für die betroffenen Regionen zählt allein, welcher Standort die größtmögliche Sicherheit für Menschen und Umwelt bietet. Die Geologie muss entscheiden, nicht die Politik. Entscheidend sind wissenschaftliche Fakten, ein transparentes Verfahren und die Beteiligung der Menschen vor Ort.“
Für die weitere Suche sind Regionalkonferenzen geplant, bei denen die Bürgerinnen und Bürger die Untersuchungen begleiten und kritisch hinterfragen können.
Martin Stümpfig: „Die bisherigen Pläne für die Regionalkonferenzen sind viel zu dürftig. Die Menschen vor Ort brauchen genug Zeit, um die Untersuchungen zu prüfen und eigene wissenschaftliche Expertise einzuholen. Bürgerbeteiligung darf nicht im Schnelldurchlauf stattfinden. Dafür müssen sich auch die Verantwortlichen in den Regionen auf die Hinterbeine stellen.“ Und weiter:
„Die Endlagersuche mag im Fokus stehen, aber die 16 deutschen Zwischenlager dürfen dabei nicht vergessen werden. Dort wird der Atommüll länger lagern als die ursprünglich versprochenen 40 Jahre. Die Sicherheit der Lager war schon immer umstritten und wurde auch gerichtlich in Frage gestellt. Zwei Zwischenlager werden derzeit sogar ohne Genehmigung betrieben. Doch die Gefahren steigen von Jahr zu Jahr: durch Materialermüdung, neue panzerbrechende Waffentechnologien, hybride internationale Konflikte und den Klimawandel. Hier sind alle staatlichen Stellen gefordert, sofort aktiv Lösungen zu suchen.“
Laura Weber, Landtagsabgeordnete aus der Oberpfalz:
„Auch für die Menschen in der Oberpfalz bleibt die Endlagersuche eine Zitterpartie. Sie brauchen klare Informationen darüber, welche Gebiete noch geprüft werden und warum. Die betroffenen Regionen haben ein Recht auf umfassende Informationen und echte Beteiligung. Nur wenn die Menschen vor Ort nachvollziehen können, wie Entscheidungen getroffen werden, wird das Verfahren langfristig Akzeptanz finden.“

