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Hans-Jochen Vogel ist heute, 94 Jahre alt, gestorben. Einer der prägendsten Sozialdemokraten der Nachkriesgzeit

hans jochen vogelMünchen - hs (26.07.2020) Hans-Jochen Vogel wurde mit 34 Jahren erstmals zum Münchner Oberbürgermeister gewählt und das sogleich mit 64,3 %. Er hat die Olympischen Spiele 1972 nach München geholt, die Stadt um- und ausgebaut, die U-Bahn und S-Bahn sowie die Fußgängerzone realisiert. 1974 kandidierte er jedoch vergeblich gegen Alfons Goppel um das Amt des Bayerischen Ministerpräsidenten. Schon 1972 wurde H.-J. Vogel Budesbauminister im Kabinett von Bundeskanzler Willy Brandt, später übernahm er unter Bundeskanzler Helmut Schmidt das Justizministerium.

1981 schickte ihn seine Partei als Regierenden Bürgermeister in die damals geteilte Stadt Berlin. Die Wahl gegen Richard von Weizäcker verlor er jedoch. Vogel kehrte in die Bundespolitik zurück, wurde Fraktionschef nach dem legendären Herbert Wehner, 1983 Kanzlerkandidat gegen Helmut Kohl  und 1987 SPD-Parteivorsitzender in der Nachfolge von Wiilly Brandt bis 1991. 

Geboren wurde Hans-Jochen Vogel am 26. Februar 1926 in Göttingen. Als Gymnasiast war er bei der Hitlerjugend, 1943 schaffte er 17-jährig das Abitur, begann ein Jura-Studium in München und meldete sich freiwillig zur Wehrmacht, um nicht zur Waffen-SS einberufen zu werden. Im Krieg wurde er zweimal in Italien verwundet. Zum Kriegsende war der 19-jährige H.-J. Vogel Unteroffizier.

Nach dem Krieg setzte der Professoren-Sohn Vogel sein Jura-Studium fort. 1950 erreichte er mit Magna cum laude die Promotion zum Dr. jur. 1951 folgte das zweite juristische Staatsexamen mit "sehr gut".

Schon 1950 trat er 24-jährig in die SPD ein. Mit 34 Jahren wurde er 1960 erfolgreicher OB-Kandidat für seine SPD in der bayerischen Landeshauptstadt, 1966 mit über 78 % als Oberbürgermeister wiedergewählt. - 1972 wurde Georg Kronawitter als sein Nachfolger gewählt.

Auch als Pensionist meldete sich Hans-Jochen Vogel immer wieder zu den großen Themen der Landes-, Bundes- und vor allem der Europapolitik zu Wort. Noch 1919 stellte er sein Buch "Die Gerechtigkeit" als politisches Lebens-Vermächtnis vor. - Von 1950 bis 1972 war Vogel in erster Ehe verheiratet. Aus dieser Ehe gingen drei Kinder hervor. Mit seiner zweiten Gattin Liselotte, eine ehemalige Schulfreundin, ging er Anfang 2006 in die Münchner Seniorenresident Augustinum. In niederbayerischen Bad Birnbach hatten die Vogels einen Zweitwohnsitz. Der Politiker Hans-Jochen Vogel wurde mit zahlreichen hohen und höchsten Ehrungen ausgezeichnet. Sein sechs Jahre jüngerer Bruder Bernd Vogel (CDU) war viele Jahre lang Ministerpräsident in Rheinland-Pfalz und nach der Wiedervereinigung auch noch mehrere Jahre Ministerpräsident in Thüringen.  .       

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