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Die ÖDP beklagt den akuten Kita-Personalmangel: Größere Gruppen, weniger Fachpersonal?

altweck glöbl martha ödpBayern pm (01.09.2022) Die ÖDP-Vize-Landesvorsitzende Martha Altweck-Glöbl (Foto) widerspricht der bayerischen Sozialministerin und fordert stattdessen 1000 Euro Erziehungsgeld. Die von Sozialministerin Scharf angekündigte „Experimentierklausel“ für Kindertagesstätten ist nach Ansicht der bayerischen ÖDP „eine fatale Weichenstellung der Staatsregierung“.

Größere Gruppen und mehr geringer qualifiziertes Personal nach dem Motto ‚Hauptsache, es ist jemand da‘ seien „nicht die richtige Antwort auf den dramatischen Fachkräftemangel in den Kitas“.

Auf das Eingeständnis der Ministerin, dass „das System Kinderbetreuung die Belastungsgrenze überschritten“ habe, kann es nach Ansicht der stellvertretenden ÖDP-Landesvorsitzenden Martha Altweck-Glöbl nur eine vernünftige Antwort geben: „Die familiäre Kinderbetreuung muss endlich finanziell so anerkannt werden, dass Eltern sich frei entscheiden können, ob sie ihr Kind wirklich bereits unter drei Jahren in die Kita schicken wollen oder sich doch lieber selbst die Zeit für die familiäre Betreuung der Kleinsten nehmen. Um das möglich zu machen, muss der finanzielle Druck von den Familien genommen werden.“ Die Lebensspanne von 0 bis 3 Jahren sei „das seelische Fundament für das ganze Leben, das überwiegend über die seelische Bindung zu den Eltern aufgebaut wird“, betont die Dipl.-Sozialpädagogin.

Die einseitige Förderung öffentlicher Betreuung schränkt die Eltern nach Ansicht der ÖDP-Politikerin, die im Hauptberuf bis vor kurzem Erzieherinnen ausbildete, zu sehr ein: „Der Staat soll und muss Krippenplätze bereitstellen, aber er soll die Eltern nicht länger bevormunden. Für echte Wahlfreiheit müsste ein Erziehungsgeld bis zum vollendeten dritten Lebensjahr gezahlt werden“. Und in den Kitas müsse der Betreuungsschlüssel verbessert und nicht verschlechtert werden.

Im Anschluss an das Elterngeld des Bundes soll das Land Bayern „zwei Jahre lang ein Landeserziehungsgehalt in Höhe von 1000 Euro pro Kind und Monat zahlen, das den Eltern ermöglicht, frei und ohne Benachteiligung über die Art der Betreuung für ihre Kinder zu entscheiden“, fordert Altweck-Glöbl. Die Bindung von unter Dreijährigen an die Eltern sei von großer Bedeutung. Verhaltensauffälligkeiten seien häufiger, wenn Eltern zu wenig Zeit für ihre Kinder haben, sagt die ÖDP-Politikerin: „Wer familiäre Erziehungsarbeit leistet, tut enorm viel für die Gesellschaft“.

Martha Altweck-Glöbl ist seit April 2022 stellvertretende ÖDP-Landesvorsitzende und Vize-Landrätin im Landkreis Straubing-Bogen. Die Dipl.-Sozialpädagogin bildete bis 2021 an der Fachakademie für Sozialpädagogik in Straubing Erzieherinnen aus

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