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Jusos erinnern 31 Jahre nach Srebrenica an Völkermord

Juso Stammtisch

Der Juso-Stammtisch im Augustiner zur Schleuse unter dem Titel „31 Jahre nach dem Genozid von Srebrenica – Völkerrecht, Menschenrechte und internationale Solidarität auf dem Prüfstand“.

Landshut – pm (13.07.2026) Anlässlich des Jahrestages des Völkermords von Srebrenica luden die Jusos Landshut zu ihrem zweiten politischen Stammtisch ein. Im Mittelpunkt des Abends stand die Erinnerung an eines der schwersten Kriegsverbrechen in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs – und die Frage, welche Lehren daraus für die Gegenwart gezogen werden müssen.

Neben zahlreichen interessierten Gästen nahmen auch Genoss:innen der SPD aus Stadt und Landkreis sowie der DGB-Jugendsekretär Johannes Schlieter an der Veranstaltung teil. Schlieter hat sein Amt bei der DGB vor knapp einem Monaten begonnen und stellte zu Beginn sein Programm vor.

Den Vortrag hielt Kenan Kanuric, dessen Familie und Verwandte die Ereignisse des Bosnienkrieges selbst erlebt haben. Neben den historischen Fakten schilderte er auch persönliche Berichte und Erfahrungen aus seiner Familie. Gerade diese Verbindung von Zeitzeugenberichten und den historischen Hintergründen machte den Vortrag besonders bewegend und sorgte bei den Anwesenden für eine nachdenkliche Atmosphäre.

Kanuric erinnerte daran, dass die von den Vereinten Nationen zur Schutzzone erklärte Enklave Srebrenica am 11. Juli 1995 von bosnisch-serbischen Truppen unter General Ratko Mladić eingenommen wurde. Innerhalb weniger Tage wurden mehr als 8.000 bosniakische Jungen und Männer systematisch ermordet. Rund 30.000 Frauen, Kinder und ältere Menschen wurden gewaltsam vertrieben. Der Internationale Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien sowie der Internationale Gerichtshof stuften die Verbrechen später eindeutig als Völkermord ein.

Im anschließenden Austausch wurde deutlich, dass Erinnerungskultur weit mehr bedeutet als den Blick in die Vergangenheit. Sie ist zugleich ein Auftrag für die Gegenwart. Die Teilnehmenden waren sich einig, dass Demokratie, Menschenrechte und der Schutz von Minderheiten niemals selbstverständlich sind, sondern täglich verteidigt werden müssen.

Gerade in einer Zeit, in der rassistische und menschenfeindliche Parolen wieder lauter werden und Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Religion oder Kultur ausgegrenzt und gegeneinander ausgespielt werden, müsse entschieden widersprochen werden. Hass beginne nicht erst mit Gewalt – er beginne mit Worten, mit Ausgrenzung und der systematischen Entmenschlichung anderer Menschen. Solchen Entwicklungen gelte es entschlossen entgegenzutreten, bevor sie sich verfestigen.

Die Jusos machten deshalb deutlich, dass das Versprechen „Nie wieder“ keine leere Floskel sein dürfe. Die Erinnerung an Srebrenica sei Mahnung und Verpflichtung zugleich: Völkermord, ethnische Säuberungen und jede Form von Menschenfeindlichkeit dürfen niemals relativiert oder vergessen werden. Demokratie lebt von einer offenen Gesellschaft, vom Respekt voreinander und vom entschlossenen Einsatz gegen jede Form von Rassismus, Antisemitismus und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.

Der Stammtisch zeigte eindrucksvoll, wie wichtig politische Bildungsarbeit und der persönliche Austausch sind, um Geschichte lebendig zu halten. Denn nur wer sich mit den Verbrechen der Vergangenheit auseinandersetzt, kann dazu beitragen, dass sich solche Gräueltaten niemals wiederholen.

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