
Auf reges Bürgerinteresse stieß die Präsentation zur Umfrage, wie sich Bewohner, Besucher und Gewerbetreibende, die Zukunft der Landshuter Neustadt vorstellen, zu der Verena Putzo-Kistner vom VCD im Pfarrsaal St. Martin begrüßte. - Fotos: W. Götz
Landshut – pm (15.07.2026) Sechs Wochen befragte der Verkehrsclub Deutschland (VCD) online, wie sich Gäste, Bewohner und Gewerbetreibende die Gestaltung und die Verkehrsberuhigung in der Landshuter Neustadt vorstellen können. Wissenschaftlich begleitet wurde die Erhebung durch die Hochschule Landshut. Gestern wurden im Pfarrheim St. Martin die Ergebnisse vorgestellt. Sie waren in vielen Bereichen eindeutig.
Die Neustadt wird gerne charmant als der schönste Parkplatz Deutschlands bezeichnet. Viele sehen in dem breiten Straßenzug ein städtebauliches Juwel, das im 13. Jahrhundert zur Erweiterung der Altstadt angelegt wurde. Am 14. Mai 2023 scheiterte ein Bürgerentscheid, zwischen Regierungsstraße/Rosengasse und dem Bischof-Sailer-Platz eine Fußgängerzone einzurichten. 62 % stimmten dagegen, nur 38 dafür (8.597 zu 5.265 Stimmen)
Wie Verena Putzo-Kistner vom VCD gestern erkläre, wollte man es dabei nicht belassen, sondern durch die Umfrage eine breite Meinung einholen, wie sich Geschäftsleute, Besucher und Bewohner die Zukunft der Neustadt vorstellen. So wurde Kontakt zu Prof. Dr. rer. nat. Elisabeth Berger aufgenommen, die an der Hochschule Landshut unter anderem „Technologien für Nachhaltigkeit“ lehrt. Zusammen mit ihren Studierende wurde ein online-Fragebogen entwickelt, um eine wissenschaftlich neutrale Befragung durchzuführen.
Innerhalb von sechs Wochen haben sich 1.408 Personen daran beteiligt. Davon waren 70 % Besucher der Neustadt, 22 % Anwohner und 8 % Gewerbetreibende. 78 % der Befragten gaben an, die Neustadt zum Einkaufen zu besuchen 69 % die Gastronomie. Von den Anwohnern sind 51 % zu Fuß und 32 % per Rad unterwegs. Die Gewerbetreibenden schätzten ein, dass 59 % ihrer Kundschaft mit dem Auto kommen, 19 % zu Fuß und 8 % per Fahrrad. Die Besucher bevorzugen zu 47 % das Rad, 26 % das Auto, 20 % kommen per pedes und 4 % per Bus.

Die Unfrage zeigt, dass eine Mehrheit mit dem Ist-Zustand der Neustadt nicht zufrieden ist und sich Veränderungen zu weniger Verkehr und mehr Grün wünscht.
Hier stellt sich eine klare Diskrepanz zwischen der Einschätzung des Gewerbes und der Besucher heraus. Noch mehr: Für 48 % der Besucher ist ein Parkplatz in der Neustadt unwichtig, für 22 % wichtig.
Im Weiteren kam die Umfrage zu dem Ergebnis, dass 68 % der Anwohner der Park-Suchverkehr und 48 % die parkenden Autos stört. Die Besucher fühlen sich zu 74 % durch den Park-Suchverkehr belästigt, zu 57 % durch parkende Autos, 37 % durch Autolärm und 52 % sehen im Verkehr eine Gefährdung für sich. 57 % gaben sogar an, wegen des Verkehrs seltener in die Neustadt zu kommen.
Was die Verkehrsberuhigung anbelangt, wünschen sich 75 % der Befragten weniger Autoverkehr, 66 % mehr Platz für Fußgänger und 60 % mehr Fahrradstellplätze. Das Interesse nach einem zusätzlichen Bus oder einen Taxistand fand keine Mehrheit. Bei den Parkplätzen fordern 41 % eine Abschaffung und 20 % eine Reduzierung.
Was die Zukunft der Neustadt anbelangt brachte die Erhebung folgende Erkenntnisse: 76 % der Befragten wollen mehr Grün, 67 % weniger Verkehr, 62 % mehr Sitzgelegenheiten, 52 % mehr Platz für den Radverkehr und 51 % mehr Schatten.
Bei der Umfrage handelt es keine repräsentative Erhebung, da sich vor allem zu wenige junge Menschen unter 18 Jahren daran beteiligt haben. Sie spiegelt aber ein klares Meinungsbild derer wider, die sich an der Umfrage beteiligt haben.

