Zu Herrn Schnalls Anmerkungen zur Kulturstadt Landshut wäre hinzuzufügen, dass das Stadttheater schon seit vielen Jahren mit manipulierten Besucherzahlen zu arbeiten scheint, die hauptsächlich auf den vielen Schulvorstellungen im Dezember basieren und ein völlig falsches Bild vom tatsächlichen Zuschauer-Interesse vermitteln. Aber nicht nur das. In einem Zeitungsbericht über die letzte Zweckverbandsitzung ist zu lesen, dass sich die Personalkosten für das Schauspiel (!) erhöht hätten, weil man zusätzliche Sänger für Musical und Oper engagieren mußte. Ja was nun? Schauspiel oder Oper? Das in Landshut ansässige Schauspielensemble wird wohl kaum zusätzliche Sänger brauchen, wohl aber das in Passau ansässige Musiktheater.
Sollen jetzt die Zusatzkosten für die ohnehin viel aufwendigeren Passauer Produktionen auch noch den Landshutern angerechnet werden? Dass der Passauer Stefan Tilch das Theater seiner Heimatstadt einseitig bevorzugt, wird zwar vor allem von Herrn Senff immer wieder geradezu aggressiv in Abrede gestellt, aber jeder, der den Spielplan lesen kann weiß, dass das Musiktheaterangebot nicht nur größer, sondern auch sehr viel kostspieliger ist als das immer bescheidener werdende Schauspielangebot.
Vielleicht müssen deshalb so viele Zahlen geschönt werden. Erstaunlich ist, dass in der erwähnten Zweckverbandsitzung niemand nachgefragt hat, warum die Kosten für die zusätzlichen Sänger dem Schauspiel angerechnet werden. Man gewinnt (auch was die derzeit laufende Spielstättendebatte betrifft) den Eindruck, dass dieser Zweckverband ein gemütlicher Weißwurstverein ist, der sich bei seinen Treffen von Herrn Senff mit Schönfärbereien unterhalten läßt, um dann zum gemütlichen Teil der Veranstaltung überzugehen. Oder hat man hier vom Zweckverbandvorsitzenden Hölzlein schon einmal eine konkrete Stellungnahme zum Landshuter Theaterproblem vernommen? - gez. Barbara Auer

