Ungerechtigkeit entsteht vor allem dann, wenn Äpfel und Birnen miteinander vermischt werden. Gut ausgebildete, selbstbewusste Frauen haben dieses Dauerlamento selbst satt. Die in diesen Tagen in den Medien verbreiteten Zahlen (Differenz 22% - nicht 25%, wie im Artikel steht) berücksichtigen eben nicht den weit höheren Anteil an Teilzeitbeschäftigungsverhältnissen bei Frauen. Diese beruhen doch i.d.R. nicht auf Zwang. Hundertausende Frauen wollen lediglich Teilzeit arbeiten und sind froh über ein entsprechendes Angebot. Bereinigt man die Statistik und vergleicht die reinen Stundenlöhne, beträgt der Unterschied derzeit nur mehr ca. 8% (mit sinkender Tendenz). Diese Differenz hat natürlich auch etwas mit der Berufswahl zu tun. Ein Beispiel aus meiner Branche: Bauingenieurwesen studieren wesentlich weniger junge Frauen (im esten Semester derzeit ca. 30% - beim Abschluss werden es deutlich weniger sein) - hingegen überwiegen die Anmeldungen der Studentinnen bei Architektur und Innenarchitektur. Nun verdienen aber in der Praxis im Durchschnitt Bauingenieure ca. 20% mehr als Architekten. Ähnlich sieht es in vielen anderen Bereichen aus. Ich bin absolut dafür gleiches Geld für gleiche Leistung zu bezahlen und bin auch überzeugt davon, dass die meisten Unternehmer so denken. Die Behauptung, dass Frauen für gleiche Arbeit weniger Lohn erhalten enthält auch einen erheblichen Widerspruch in sich. Wenn dem so wäre, würde jeder einigermaßen kaufmännisch denkende Unternehmer nur mehr Frauen einstellen, da er dadurch doch erhebliche Personalkosten einsparen könnte. Freundliche Grüße Alexander Putz

