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Wie Selbständige ihr Risiko minimieren - Veranstaltungen der Handwerkskammer liefert Tipps zur Risikovorsorge

hndwerkskammer neuLandshut (27.02.2018) Schnell und unvorhergesehen kann ein Unfall oder eine Krankheit zu finanziellen Engpässen im eigenen Betrieb führen, mit Konsequenzen bis in den privaten Bereich hinein. Doch mit dem richtigen Management im Vorfeld lassen sich die Folgen eindämmen.

Um die ostbayerischen Handwerksbetriebe dabei zu unterstützen, greift die Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz das Thema „Mit Sicherheit zum Erfolg – wie treffe ich die richtige Risikovorsorge für mich und meinen Betrieb“ bei ihrer Veranstaltungsreihe „Betriebsführung aktuell 2018“ auf. Gestern fand die Veranstaltung in der Sparkassenakademie in Landshut statt.

Sei es, dass der Chef erkrankt, ein Unwetter den Betrieb zum Erliegen bringt oder andere Schadensfälle eintreten – die Konsequenzen sind für Betriebsinhaber oft weitreichend. „Berufs- und Privatleben sind bei Handwerkern meistens eng verwoben, damit steigt das Risiko“, sagte Konrad Treitinger, Vizepräsident der Handwerkskammer. Deshalb sei es für jeden Unternehmer unverzichtbar, rechtzeitig die Weichen zu stellen. „Immerhin geht es um das betriebliche Lebenswerk, das private Auskommen und nicht zuletzt um Mitarbeiter und Kollegen.“

Für den Fall, dass der Betriebsinhaber ausfällt, beschrieb HWK-Rechtsberaterin Nicole Weinholzner, mögliche Vorsorgen. „Der Betrieb muss im Krankheits-, Todes- und Vertretungsfall geordnet weiterlaufen.“ Könne der Unternehmer nicht mehr eigenverantwortlich handeln, seien nicht automatisch die Angehörigen vertretungsberichtigt. „Gibt es keinen im Vorfeld festgelegten, bestellt das Gericht einen Vertreter. Das ist oft nicht im Sinne der Hinterbliebenen.“ Eine Lösung seien Vorsorgevollmachten im privaten und betrieblichen Bereich sowie eine Patientenverfügung.

Als zentrales Element der Risikovorsorge nannte HWK-Betriebsberater Tobias Reinstein, frühzeitig Stellvertreter für alle Bereiche im Betrieb aufzubauen. „Stimmen Sie sich regelmäßig zu Neuerungen im Unternehmen ab.“ Checklisten, Verhaltensanweisungen und gemeinsame Fristenkontrollen nannte er als Beispiele für eine geregelte Betriebsorganisation. Die Vorsorge sei komplex, auch weil sie den privaten Bereich einschließe. Aus verschiedenen Testament-Varianten, darunter das sogenannte „Unternehmertestament“, müsse man individuell auswählen.

Dass bei der Notfallvorsorge Versicherungen eine tragende Rolle spielen, erläuterte Michael Jander, neutraler und öffentlich anerkannter Versicherungsberater aus Bad Abbach. Bei Versicherungen lohne sich grundsätzlich „ein Blick in das Kleingedruckte“. Nicht immer seien die Ansprüche umfassend genug. Oft könne man Haftungen sogar ohne weitere Kosten aufnehmen lassen. Zudem riet er, stets den Neuwert einer Ware, Betriebseinrichtung oder von Vorräten zu versichern. Und: „Da Elementarschäden in den vergangenen Jahren zugenommen haben, ist es wichtig, sich auch dahingehend gut abzusichern“, so Jander.

Diesen Informationsabend führt die Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz im ersten Quartal des Jahres an insgesamt zwölf Standorten in Ostbayern durch. Weitere Informationen: www.hwkno.de/betriebsfuehrung.

Im Bild oben: Wie eine gute Risikovorsorge Betrieb und Familie im Ernstfall schützen kann, darüber berichteten (v. l. n. r.) stellvertretender Hauptgeschäftsführer Hans Schmidt, Versicherungsberater Michael Jander, HWK-Rechtsberaterin Nicole Weinholzner, HWK-Betriebsberater Tobias Reinstein und HWK-Vizepräsident Konrad Treitinger in Neumarkt.

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