
Das Ottonianum steht zum Verkauf. Die Stadt startet die Ausschreibung für die ehemalige Jugendherberge. - Foto: Stadt Landshut
Landshut - pm (29.09.2026) Die Stadt hat das offizielle Ausschreibungsverfahren für die ehemalige Jugendherberge (Ottonianum) eingeleitet und setzt damit einen vom Stadtrat im Februar 2025 gefassten Beschluss um. Das denkmalgeschützte Gebäude am Richard-Schirrmann-Weg liegt unmittelbar unterhalb der Burg Trausnitz und bietet einen besonderen Blick über die Stadt sowie auf die Burg Trausnitz. Die Ausschreibung läuft noch bis 23. Oktober.
Das Ottonianum, auch als Balsschlösschen oder Altes Bürgerpalais bekannt, blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Der heutige Bau entstand 1839 als Sommerkeller mit Saal. Im Laufe der vergangenen rund 190 Jahre wurde die Immobilie unter anderem als Ausflugslokal, Realschulpensionat, Flüchtlingslager, Behelfsschule und Hilfskrankenhaus genutzt. Seit 1968 war dort die Jugendherberge untergebracht, die Ende 2024 geschlossen wurde.
Der nun gestartete Verkauf setzt einen bereits gefassten Beschluss des Stadtrats aus dem vergangenen Jahr um. Nachdem ein zuvor durchgeführtes Konzessionsvergabeverfahren mit Teilnahmewettbewerb für den weiteren Betrieb der Jugendherberge ohne Ergebnis geblieben war, hatte das Plenum der Veräußerung zugestimmt. Gleichzeitig wurde beschlossen, über ein Bauleitplanverfahren den möglichen künftigen Nutzungs- und Bebauungsrahmen für das Areal zu definieren. Auf dieser Grundlage sollte die Liegenschaft anschließend gegen Höchstgebot ausgeschrieben werden. Mit der jetzt gestarteten Ausschreibung wird dieser Beschluss umgesetzt.
Sanierung für die Stadt nicht darstellbar
Hintergrund für die Entscheidung ist insbesondere der zwingende und erhebliche Sanierungsbedarf des Gebäudes, festgestellt in einer Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2016. Die damals ermittelten Kosten lagen bereits im niedrigen bis mittleren einstelligen Millionenbereich. Aufgrund der zwischenzeitlichen Entwicklung wird der erforderliche finanzielle Aufwand auf rund sieben bis zehn Millionen Euro geschätzt. Eine solch hohe Investition ist für die Stadt insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen Haushaltslage nicht darstellbar.
Besondere Lage – vielfältige Möglichkeiten
Das Ottonianum steht auf einem rund 2.659 Quadratmeter großen Grundstück. Unmittelbar angrenzend befindet sich ein weiteres städtisches Grundstück mit rund 1.265 Quadratmetern, das ebenfalls Bestandteil der Ausschreibung ist. Das im Zuge der Bauleitplanung entwickelte Nutzungskonzept eröffnet verschiedene Möglichkeiten für die künftige Entwicklung. Vorgesehen ist ein urbanes Gebiet nach §6a der Baunutzungsverordnung (BauNVO), in dem unter anderem Wohnen, Büro und Gewerbe, Beherbergung, Gastronomie sowie soziale, kulturelle, gesundheitliche und sportliche Nutzungen grundsätzlich möglich sind.
Für die Stadt ist dabei insbesondere der baukulturelle Wert des bestehenden Gebäudes von Bedeutung. Das Ottonianum ist als Baudenkmal Bestandteil der historischen Stadtstruktur und wird deshalb über die Denkmal-Börse des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege angeboten. Dadurch soll eine Perspektive für das Gebäude eröffnet werden, die eine zukunftsfähige, angemessene Nutzung und zugleich den Erhalt des besonderen Baudenkmals ermöglicht.
Das vollständige Exposé mit Informationen zur Geschichte, zum baulichen Zustand, zu den planungsrechtlichen Rahmenbedingungen und zum Ausschreibungsverfahren ist auf der Internetseite der Denkmal-Börse des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege abrufbar. Der Ausschreibungszeitraum endet am 23. Oktober. Angebote sind entsprechend den im Exposé beschriebenen Vorgaben bei der Stadt Landshut einzureichen.

