
Die Frühschlussaktion bei BMW in Dingolfing zeigt sich ganz in IG Metall Rot. - Foto: IG Metall
Landshut/Dingolfing – pm (06.11.2026) Die Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie haben am Freitag ihren vorläufigen Höhepunkt in der Region erreicht. Nach Angaben der IG Metall Landshut beteiligten sich rund 7.000 Beschäftigte am bislang größten Warnstreiktag dieser Tarifrunde in der Region. Von Dingolfing über Marklkofen bis Moosburg folgten die Beschäftigten den Warnstreikaufrufen der IG Metall. Die Beteiligung war nach Angaben der Gewerkschaft überwältigend.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der gesamten Werksgruppe von BMW in Dingolfing. Um 19:30 Uhr legte die Spätschicht vorzeitig die Arbeit nieder. Die Produktion kam zum Stillstand, seitdem verließ kein fertig produziertes Fahrzeug mehr das Werk.
„Diese Beteiligung ist ein starkes Zeichen. Die Kolleginnen und Kollegen haben heute eindrucksvoll gezeigt, dass sie hinter der Forderung der IG Metall stehen und bereit sind, dafür gemeinsam Druck zu machen. Wenn die Bänder stillstehen und Tausende Kolleginnen und Kollegen geschlossen früher nach Hause gehen, dann ist das eine Botschaft, die auch am Verhandlungstisch nicht überhört werden kann“, erklärt Thomas Zitzelsberger, Leiter der IG Metall-Vertrauensleute bei BMW Dingolfing.
Doch nicht nur bei BMW war die Beteiligung groß. Auch bei MANN+HUMMEL in Marklkofen, in der Kontraktlogistik mit Kühne + Nagel, Fiege und Rudolph, bei Jungheinrich in Moosburg und Degernpoint sowie bei Driescher in Moosburg beteiligten sich die Beschäftigten über die verschiedenen Schichten hinweg an den Warnstreiks.
„Heute war die ganze Region dabei. Rund 7.000 Kolleginnen und Kollegen haben den Arbeitgebern deutlich gemacht, was sie von ihrem bisherigen Angebot halten. Das gibt uns enormen Rückenwind für die nächste Verhandlungsrunde am Montag in München“, sagt Benjamin Freund, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Landshut und Mitglied der bayerischen Verhandlungskommission.
Dabei gehe es in dieser Tarifrunde um deutlich mehr als die reine Entgelterhöhung, betont Freund. Die IG Metall fordert 5 Prozent mehr Entgelt, 110 Euro mehr Ausbildungsvergütung, eine soziale Komponente für die unteren Entgeltgruppen sowie Regelungen zur Sicherung von Beschäftigung und Zukunftsperspektiven für die Betriebe. Dem gegenüber steht ein Arbeitgeberangebot, das unter anderem lediglich 1,3 Prozent tabellenwirksame Entgelterhöhung ab Juli 2028 vorsieht.
Besonders scharf kritisiert Freund die Forderungen der Arbeitgeber nach zusätzlichen betrieblichen Abweichungsmöglichkeiten und einer Verlängerung der Arbeitszeit: „Hier geht es inzwischen um mehr als Prozentzahlen. Die 35-Stunden-Woche ist eine der großen Errungenschaften unserer Tarifbewegung und sie steht für uns nicht zur Disposition. Gerade bei BMW sehen wir doch, was eine Verlängerung der Arbeitszeit bedeuten würde: weniger Freischichten und noch mehr Druck auf die Beschäftigung. Wir kämpfen für sichere Arbeitsplätze und eine gute Zukunft unserer Industrie, nicht dafür, dass die Beschäftigten länger arbeiten und gleichzeitig Personal abgebaut wird.“
Für Freund liegt der Ball jetzt bei den Arbeitgebern: „Die Beschäftigten haben ihren Teil geleistet und ein unübersehbares Signal gesendet. Jetzt müssen sich die Arbeitgeber bewegen. Wir erwarten am Montag ein deutlich verbessertes Angebot, über das sich ernsthaft verhandeln lässt. Wer eine Lösung am Verhandlungstisch will, muss endlich einen Schritt auf uns zugehen.“
Am kommenden Montag werden die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der bayerischen Metall- und Elektroindustrie in München fortgesetzt. Die IG Metall Landshut geht mit starkem Rückenwind aus Niederbayern in diese nächste Verhandlungsrunde.

