(05.05.2017) Bei der Bürgermeisterversammlung am 23. März 2017 in Niederaichbach wurde auch die wichtige Arbeit der Fachberater Erosionsschutz und Wasserrückhaltung an den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Bayern (ÄELF) angesprochen. Aufgrund der agrarstrukturellen Weiterentwicklung mit größeren Schlägen sowie der Zunahme von Starkregenereignissen, muss der Anteil gut geschützter Flächen jedoch weiter erhöht werden.
Denn, so MdL Mueller, die Abflussverzögerung und der Wasserrückhalt in der landwirtschaftlichen Flur können den Hochwasserschutz an Gewässern unterstützen. Das Mitglied im Agrar-Ausschuss des Landtags, fordert deshalb eine deutliche Verbesserung der staatlichen Maßnahmen zu Erosionsschutz und Wasserrückhaltung. Auf Grund der Diskussion bei der Bürgermeisterversammlung wollte die Abgeordnete Ruth Mueller in einer Schriftlichen Anfrage von der Staatsregierung wissen, wie viele Fachberater Erosionsschutz und Wasserrückhaltung es für die jeweiligen Regierungsbezirke gibt und wie viele Fachberatungen zum Thema „Erosionsschutz und Wasserrückhalt“ an den Ämtern durch geführt wurden. Aus der Antwort der Staatsregierung ist zu entnehmen, dass die Wasserberatung im Jahre 2009 eingeführt wurde. Im Zeitraum 2010 bis 2016 waren bayernweit im Durchschnitt insgesamt 18 Wasserberater tätig, die den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (ÄELF) zugeordnet sind. Die Verteilung der Wasserberater erfolgte nach den Schwerpunkten, die sich als Handlungsbedarf für die Landwirtschaft nach dem ersten Bewirtschaftungsplan der Wasserrahmenrichtlinie (2010 bis 2015) ergaben. Niederbayern ist somit absoluter Schwerpunkt bei der Problematik „Erosionsschutz und Wasserrückhalt“ und ist mit fünf Beratern personell schon jetzt am besten unter den Landkreisen besetzt, während es beispielsweise in Oberbayern nur vier und in der Oberpfalz nur einen Berater gibt. Mit 4.092 Gruppenberatungen und 296 Einzelberatungen lag 2016 der Schwerpunkt der seit 2010 in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten im Rahmen von Informationsveranstaltungen, Pflanzenbautagen und Felderbegehungen durchgeführten Beratungen in Niederbayern. Jährlich würden bayernweit ca. 15.000 Landwirte zum Thema Boden- und Gewässerschutz informiert sowie ca. 1.000 Einzelberatungen durchgeführt, teilte das Landwirtschaftsministerium in seiner Antwort mit. Durch die zahlreichen Informationsveranstaltungen, Einzel- und Gruppenberatungen der Wasserberater wurden in den vergangenen Jahren viele Landwirte erreicht und es konnten Verbesserungen im Erosionsschutz erzielt werden. „Dass dies auch nötig war, zeigt die große Zahl der Verstöße gegen die Erosionsschutzverordnung, die in den Jahren 2007 bis 2016 festgestellt wurden“, so Ruth Müller. Spitzenreiter war Niederbayern mit 49 Fällen, bei denen allein das AELF Passau 16 Verstöße zählte. Schon seit längerem setzt sich die SPD-Landtagsfraktion dafür ein, den Stellenabbau im öffentlichen Dienst zu stoppen. Gerade an den Ämtern für ländliche Entwicklung müssen für neue Aufgaben endlich wieder Stellen geschaffen werden, forderte die SPD-Landtagsfraktion mit ihrem Änderungsantrag zum Doppelhaushalt 2017/2018 „Neue Planstellen für die Ämter für ländliche Entwicklung“. Umso erfreulicher sei es nun, dass eine Verdoppelung der Wasserberater vorgenommen werden solle und ein bayernweiten Netz von Demonstrationsbetrieben zur nachhaltigen Landbewirtschaftung aufgebaut werden soll, um den Boden- und Wasserschutz anschaulich zu machen“, so Müller."</p>"

