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15. Mai 2017

Hilfe für notleidende Menschen in Afrika. "Hilfe macht Mut" sammelt 22.000 Euro. Patenschaftliches Projekt des Bezirkskrankenhauses Landshut

bezirk manny

Landshut (15.05.2017) Im zehnten Jahr unterstützt „Hilfe macht Mut“, das bewundernswerte patenschafliche Projekt des Bezirkskrankenhauses (BKH) Landshut, das Hilfsprojekt der Mallersdorfer Schwestern in Südafrika.

Am 11. Mai überreichte Schirmherr Altbezirkstagspräsident Manfred Hölzlein mit seiner Frau Ilse einen Scheck an die Ordensgemeinschaft, die durch Schwester Radegund und Schwester Ruth vertreten waren. Die anwesenden Vertreter des Patenschaftsprojekts ließen es sich bei dieser Gelegenheit auch nicht nehmen, ihrem Schirmherrn zu gratulieren, der erst vor kurzem seinen 75. Geburtstag feiern konnte.

22.000 Euro haben die ehrenamtlich engagierten „Paten“ in den zurückliegenden Monaten gesammelt. Es stammt vor allem aus dem Verkauf des jährlich erscheinenden Kalenders, aus den Erlösen verschiedener Aktinen, aber auch den Spenden treuer Mitglieder. Jeder Cent fließt in das „Sizanani Outreach Projekt (SOP)“ der Mallersdorfer Schwestern im östlichen Südafrika. Seit über 60 Jahren helfen die „Nardini Sisters“, wie sie dort genannt werden, die größte Not der in dieser Region lebenden Menschen zu lindern - vor allem der vielen elternlosen Kinder und Jugendlichen. So bauten sie beispielsweise in Nkandla, einem kleinen Dorf in Kwazulu Natal, ein Krankenhaus und in dem Ort Maria Ratschitz ein Hospiz auf. Auch in weit entlegenen Gegenden werden z. B. HIV-Kranke ambulant von den Schwestern betreut.

Im Bereich der Lebensmittelgrundversorgung hat der Unterstützungsbedarf enorm zugenommen. Anhaltende Dürreperioden, akuter Wassermangel haben zu einem katastrophalen Versorgungszustand geführt und ließen die Lebensmittelpreise dramatisch steigen. Das Ausmaß der Katastrophe lässt sich an einigen Zahlen aufzeigen: SOP hat im vergangenen Jahr in drei Monaten über 1,5 Tonnen „E-Pap“, einen mit Vitaminen angereicherten Brei, an Hilfsbedürftige ausgegeben. Allein durch „Hilfe macht Mut“ konnten in einem Zeitraum von vier Monaten Essenspakete für rund 162 Familien sowie Mahlzeiten für die Teilnehmer der psychosozialen Unterstützungsangebote finanziert werden.

Diese permanente Mangelernährung führt insbesondere bei Kindern oft zu einer Entwicklungsverzögerung. Ohnehin in schwierigsten Verhältnissen bildungsfern aufgewachsen, sind sie nahezu chancenlos. Deshalb fließen Spenden auch in den Bildungsbereich

Dank der Gelder von „Hilfe macht Mut“ konnten beispielsweise vergangenes Jahr 54 Kinder mit Schuluniformen ausgestattet, Taschenrechner und Wörterbücher gekauft werden. Damit erhielten wieder einige junge Menschen Zugang zu grundlegender Bildung als Fundament eines besseren, glücklichen Lebens.

SOP führt außerdem gruppenbasierte Lernprogramme für etwa 200 jüngere vernachlässigte Kinder durch, die meist HIV-positiv sind und aus schwierigsten familiären Verhältnissen kommen. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Ausbildung motorischer Fähigkeiten, aber auch der Vermittlung schulischer Grundkenntnisse und sozialer Kompetenz.

Ein weiteres Projekt ist das „PEER Education Programm“, mit dem in den letzten drei Jahren über 8000 junge Menschen in mehr als zehn Schulen erreicht wurden. In den Seminaren und Vorträgen geht es vor allem um gesundheitliche Aufklärung im Hinblick auf schwere Krankheiten wie Tuberkulose und Aids, aber auch um die Vermittlung grundlegender Hygienestandards sowie Hilfestellung bei Schwangerschaften. In diesen Bereichen wird eng mit dem zuständigen Gesundheitsamt kooperiert, dem von staatlicher Seite kaum Mittel zur Verfügung stehen.

Große Bedeutung kommt auch der psychosozialen Betreuung zu. Viele Kinder und Jugendlichen leiden extrem darunter, dass ihre Eltern – meist aufgrund einer Aids-Erkrankung – sehr früh verstorben sind. Infiziert mit derselben Infektion werden sie allein, oft ohne Hilfe und zudem sozial stigmatisiert zurückgelassen. Sobald die Erkrankung bekannt wird, werden sie aus der Gesellschaft ausgeschlossen und vielfach auch von Gleichaltrigen ausgegrenzt. In den meisten Fällen ist es ihnen verboten, mit anderen Kindern zu spielen, geschweige denn, sie zu Hause zu besuchen. So entsteht ein Teufelskreis aus schwerer Krankheit, Wut und Enttäuschung, Einsamkeit, Resignation und zunehmenden psychischen Problemen. Ohne professionelle Hilfe haben die Kinder- und Jugendlichen so gut wie keine Chance, diesen Kreis zu durchbrechen.

Ein Team von Sozialarbeitern und Betreuern der Mallersdorfer Schwestern unterstützt die Kinder und Jugendlichen durch psychosoziale und therapeutische Hilfestellung dabei, trotz ihres schweren Schicksals in ein glückliches Leben zurückzufinden. Im Hinblick auf Kriminalitäts- und Gewaltprävention eine der vordringlichsten und herausforderndsten Aufgaben des Hilfsteams.

Ein wichtiges Aufgabengebiet ist die „Hilfe zur Selbsthilfe“. Die Mallersdorfer Schwestern ergreifen Maßnahmen, die nachhaltig die Ernährungslage und Wirtschaft der lokalen Bevölkerung verbessern und ihnen dauerhaft ein besseres Leben ermöglichen sollen. Der erste Schritt besteht oft darin, die Menschen zum Anbau von eigenem Gemüse und anderen landwirtschaftlichen Produkten zu ermutigen. Für über 200 neue Gemüsegärten stellte SOP Werkzeug, Zaunmaterial und Saatgut zur Verfügung. Aus Spenden von „Hilfe macht Mut“ wurden 15 Familien sowie eine Gruppe HIV-positiver Frauen unterstützt. Insbesondere den gesellschaftlich ausgegrenzten Frauen soll damit langfristig ermöglicht werden, ihren täglichen Eigenbedarf an frischem Gemüse zu decken und durch den Verkauf von Ernteüberschüssen eine solide Einkommensquelle zu generieren.

Ein weiteres Projekt: Die Unterstützung eines jungen Studenten der Landwirtschaft beim Aufbau einer professionell geführten Hühnerzucht.

Wer „Hilfe macht Mut“ unterstützen möchte: Sparkasse Landshut, Spendenkonto Bezirkskrankenhaus Landshut "Südafrikahilfe", IBAN: DE64 7435 0000 0004 5195 58.

- eb -

Im Bild oben von links Schwester Radegund, Schirmherr Altbezirkstagspräsident Manfred Hölzlein mit seiner Frau Ilse und Schwester Ruth im Kreise von Vertretern des Patenschaftsprojekts

Foto: Bezirk Niederbayern

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