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30. Mai 2017

Technologiescouting als Basis für die intelligente Produktionslogistik. Veranstaltung am TZ PLUS der Hochschule LA mit Vortrag von Uwe Schäfer (BMW)

hochschule produktion

Eine Führung durch die 900 m2 große Lern- und Musterfabrik im TZ PULS bot ein zusätzliches Highlight. Neben den theoretischen Aspekten konnten sich die Teilnehmer im Rundgang einen Einblick von Best Practice in reeller innovativer Logistiktechnik verschaffen.

Landshut (30.05.2017) Innovationen und Innovationsscouting in der Produktionslogistik waren die Themen der jüngsten Veranstaltung der Reihe "Technologie- und Innovationsmanagement" der Hochschule Landshut am 17. Mai. Es gibt viele Technologien, sie zu optimieren.

schneider professor

Die Herausforderung bestehe darin, die richtigen zu finden und intelligent einzusetzen, betonte Prof. Dr. Markus Schneider Foto), wissenschaftlicher Leiter des Technologiezentrum Produktions- und Logistiksysteme PULS (Dingolfing). Als Austragungsort mit seiner Muster- und Lernfabrik bot es den rund 120 Teilnehmern in einer anschließenden Führung wertvolle Einblicke in rund 50 verschiedene Technologien.

Die Veranstaltungsreihe „Technologie- und Innovationsmanagement TIM“ wird vom Institut für technologiebasierte Zusammenarbeit der Hochschule Landshut unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Markus Schmitt (Fakultät Elektrotechnik und Wirtschaftsingenieurwesen), in Kooperation mit der DGQ sowie der Regionalgruppe Ost-/Niederbayern des VWI durchgeführt. Die Reihe widmet sich der aktiven Technologie- und Innovationsmanagement – ein wichtiger Erfolgsfaktor für Unternehmen. Die Hochschule Landshut habe ihre Drittmittel im Bereich Forschung seit 2011 um 330 Prozent gesteigert, erklärte Hochschulpräsident Prof. Dr. Karl Stoffel in seiner Begrüßung. Grundlage hierfür seien hervorragende Forschungsschwerpunkte wie „Produktions- und Logistiksysteme“, an dem aktuell mehrere neue Projekte angesiedelt seien. Lean Management, Industrie 4.0 und intelligente Produktionssysteme seien für die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft von grundlegender Bedeutung, hob Schmitt in seiner Einleitung hervor.

Technologien der Produktionslogistik intelligent verknüpfen und einsetzen

Um die Produktionslogistik zu optimieren, gibt es eine Vielzahl von technologischen Lösungen und Anbietern. „Sich hier einen Überblick zu verschaffen, ist für Unternehmen schwer“, betonte der Produktionslogistikexperte Schneider in seinem Vortrag „Technologiescouting und Innovation – Auf der Suche nach innovativen Technologien für Lean Unternehmen“.

Darin ging er der Frage nach, wie die bisher sehr technologiegetriebenen Innovationen aus dem Umfeld von Industrie 4.0 zur Verbesserung der Logistikprozesse genutzt werden können. Schneider und sein Team haben unterschiedliche Technologien von verschiedenen Herstellern auf ihr Potenzial für die Produktionslogistik analysiert. 150 Technologien wurden ausgewählt und dieses Ergebnis wird den Unternehmen der Region zur Verfügung gestellt; es biete eine wertvolle Basis, um bei der Optimierung einen Überblick über einsatzbare Lösungen zu erhalten.

Dabei müssten Technologien nicht immer neu sein. Wichtig sei, „sie intelligent zu verknüpfen und einzusetzen“, wie Schneider betonte. Als plakatives Beispiel außerhalb der industriellen Produktionslogistik nannte er den Thermomix – eigentlich ein Mixer mit Aufwärmfunktion. Doch der Käufer kann auf eine Vielzahl an Rezepten zugreifen und per App einen Wochenplan erstellen. Die Einkaufsliste wird gleich mitgeliefert, auch die Lieferung der Zutaten ist denkbar. Ein intelligentes Geschäftsmodell, das auch für die Produktion von Unternehmen Anwendung finden könnte: Die Rezepte seien dann beispielsweise die Anleitung für die Herstellung von Bauteilen. „Ein Workflowmanagement, mit Einbindung des Vertriebs und von Kundenwünschen bis hin zur Anlieferung ‚just in sequence‘, geführt durch die Maschine: Können Sie das in Ihrem Betrieb?“, fragte Schneider die Unternehmensvertreter im Publikum.

Bevor ein Unternehmen in neue Gebäude investiere, sei es höchst sinnvoll, sich die Technik der Produktionslogistik zu überlegen, empfahl er. Eine intelligente Lösung sei beispielsweise ein Schwarmroboter, der an der Decke montiert ist und Materialien von oben anliefert. Die Maschinen könnten außenherum aufgestellt und damit der Platzbedarf und auch die Laufwege um 50 Prozent gesenkt werden. Dies sollte vor dem Bau einer neuen Halle bedacht werden. Insgesamt gab er die Empfehlung, offen gegenüber neuen Technologien als „Enabler“ zu sein. Das TZ PULS könne mit seinem Technologiescouting einen Überblick über mögliche Lösungen schaffen und auf dem Weg zur Lean-Produktion unterstützen.

Technologiescouting wertvolle Hilfestellung für neues BMW Versorgungszentrum

schäfer referent

Das BMW Werk Landshut hat dieses Angebot angenommen, wie Uwe Schäfer, Leiter Partnermanagement und Dienstleitersteuerung, in seinem Vortrag über die „Prozessplanung für das Versorgungszentrum-2 BMW Landshut“ ausführte. Bisher wurde das Komponentenwerk Landshut aus Wörth beliefert, zukünftig werden mit einem innovativen neuen Versorgungszentrum vor Ort Maßstäbe gesetzt. Dabei sollten Prozesse optimiert und innovative Technik zum Einsatz kommen. Das Ziel laute, alle fünf Minuten die Produktion mit Routenzügen oder E-LKWs zu versorgen. Und diese hohe Messlatte werde im neuen 45.000 m2 großen Landshuter Versorgungszentrum, das noch heuer eingeweiht wird, erreicht.

Bei der Planung des neuen Zentrums habe sich schnell gezeigt, „dass es gar nicht so leicht ist, sich einen Überblick zu verschaffen, für welche Prozesse welche Technologien in Frage kommen“, erklärte Schäfer. Das sei mit Hilfe des Innovations- bzw. Technologiescoutings des TZ PULS gelungen, das neue Blickrichtungen und einen herstellerunabhängigen Überblick ermöglicht habe. In einem zweiten Schritt wurden dann Technologien ausgewählt, die für das neue Versorgungszentrum von Interesse waren. Es komme beispielsweise mit einem Staplerleitsystem keine neue Technologie zum Einsatz – innovativ sei daran aber die genaue 3D-Ortung, die man vorher so nicht geplant hatte. Bei der Realisierung des neuen Versorgungszentrums sei die Unterstützung des TZ PULS „extrem sinnvoll“ gewesen, dies umso mehr, als das Technologiescouting hier keine Momentaufnahme sei, sondern ständig um neue Entwicklungen ergänzt werde.

Fotos: Hochschule Landshut

 

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