
Bild der Kinderklinik St. Marien: Die Mitarbeitenden der Kinderklinik St. Marien um Vorständin Judith Angerer, Ärztlichem Direktor Karl Florian Schettler und Pflegedienstleiterin Petra Buchecker verdeutlichten ihren Protest gemeinschaftlich. Bildquelle: Isabelle Brickum-Peer / LA-Regio Kliniken
Landshut/Vilsbiburg/Rottenburg pm (12.02.2026) Bereits der wirtschaftliche Status quo der bayerischen Gesundheitsversorger ist besorgniserregend. Durch die in den vergangenen Jahren immer breiter werdende Schere zwischen den gesetzlichen Erlösmechanismen und den tatsächlichen Kosten für die adäquate Versorgung der Patienten entstanden bayern- und bundesweit Rekorddefizite, die kaum zu stemmende Ausgleiche für die Trägerkommunen nach sich ziehen.
Auch die wirtschaftliche Situation der Versorger für die Stadt und den Landkreis Landshut machte ein geeintes und zielstrebiges Handeln unabdingbar, weshalb im September 2025 einstimmig die Fusion unter dem gemeinsamen Dach der LA-Regio Kliniken beschlossen wurde.
Bild Landshut-Mitte: V.li. Prof. Dr. Stephan Holmer, Ärztlicher Direktor Klinik Landshut-Mitte, Rene
Marx, Pflegedirektor Klinik Landshut-Achdorf, Andrè Naumann, Vorstand der LA-Regio Kliniken, Jürgen Bacher, Pflegedirektor Klinik Landshut-Mitte, Micha Feuchtmann, Kaufmännischer Direktor Klinik Landshut-Mitte. - Bildquelle: Barbara Jung / LA-Regio Kliniken
„Im Rahmen der Fusion konnten innerhalb weniger Monate bereits erste Zentralisierungen und viele weitere wegweisende Entscheidungen auf den Weg gebracht werden, die der wirtschaftlichen Konsolidierung der LA-Regio Kliniken und der Entlastung der kommunalen Kassen dienlich sind“, berichten die Vorstände Judith Angerer, André Naumann und Jakob Fuchs trotz der Herausforderungen der Krankenhausreform (KHVVG) von ersten verheißungsvollen Entwicklungen. Nachdem bereits das Gesetz zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege im vergangenen Jahr zu Einsparungen zulasten der LA-Regio-Kliniken in Höhe von rund vier Millionen Euro im Jahr 2026 geführt und damit wesentliche Bestandteile des zuvor gewährten Inflationsausgleichs faktisch neutralisiert hat, stellen die nun drohenden weiteren Einsparungen infolge des GKV-Beitragsstabilisierungsgesetzes eine erhebliche Gefährdung der qualitativ hochwertigen Patientenversorgung dar.
Nach Berechnungen der Bayerischen Krankenhausgesellschaft (BKG) würden die vorgesehenen Maßnahmen die jährlichen Defizite der bayerischen Krankenhäuser bis zum Jahr 2030 um rund 240 Prozent ansteigen lassen. Für die LA-Regio Kliniken entspräche dies einer zusätzlichen finanziellen Belastung von 18,8 Millionen Euro im Jahr 2027 und sogar von 45,9 Millionen Euro in 2030. Derartige Einschnitte gefährden die wirtschaftliche Handlungsfähigkeit der Krankenhäuser massiv und bedrohen letztlich die flächendeckende sowie qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung in Deutschland.
Aufgrund dessen entschieden sich die Verantwortlichen der LA-Regio Kliniken nun, heute am koordinierten Protesttag der bayerischen und baden-württembergischen Krankenhausgesellschaften teilzunehmen. Der Süden Deutschlands hatte sich hierzu zusammengeschlossen, da die Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg aufgrund der hohen Quote an kommunalen Trägerschaften in der Gesundheitsversorgung besonders unter dem GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz zu leiden hätten. Um Patienten, Besucher und Mitarbeitende gleichermaßen auf die prekäre Lage aufmerksam zu machen, wurden die Haupteingänge und Personenaufzüge der Klinikstandorte mit symbolischem Absperrband und Informationsmaterialien versehen. Unter dem Motto „Wir sind für Sie da. Solange wir noch können.“ wurden so die drohenden Auswirkungen auf die regionale Gesundheitsversorgung verdeutlicht.
Da es sich lediglich um symbolisches Absperrband handelte, waren Betrieb, Barrierefreiheit und Brandschutz an den Standorten der LA-Regio Kliniken zu keinem Zeitpunkt vom Protest, dem zahlreiche Vertreter aus Pflege, Therapie, ärztlichem Dienst, Verwaltung und den vielen weiteren Abteilungen des Gesundheitsversorgers für Stadt und Landkreis Landshut beiwohnten, beeinträchtigt. Schließlich steht trotz aller Herausforderungen stets die schnellstmögliche, qualitative, professionelle und menschliche Versorgung der Patienten in der Region im Fokus aller handelnden Personen.

