Der Boxclub SC Bavaria 20 Landshut und seine Wegbegleiter
Landshut – pm (13.05.2026) Der Boxclub SC Bavaria 20 Landshut ist einer der ältesten Boxvereine Deutschlands und Bayerns: Er besteht seit 1920. Seit 1988 ist der Landshuter Maler und Zeichner Michael Lange dort Mitglied. Bald nahm er zum Training Papier und Stift mit. Die Fotografin Christine Vinçon hält seit Ende der 1990er Jahre mit ihrer Kamera Boxkämpfe fest. Ergebnisse der langjährigen künstlerischen Auseinandersetzung der beiden mit dem Boxsport zeigt diese Ausstellung.
Was fasziniert Künstler wie Lange und Vinçon an diesem Sport?
Warum gilt Boxen als eine der anspruchsvollsten und gefährlichsten Sportarten?
Was ist dran an den negativen Vorbehalten in der Bevölkerung gegenüber dem Boxsport?
Und inwiefern leistet der Boxclub SC Bavaria 20 Landshut seit Jahren erfolgreich soziale und integrative Arbeit?
Antworten auf diese Fragen und vieles mehr erfahren Sie in der Ausstellung im LANDSHUTmuseum.
Wegbegleiter – der Zeichner Michael Lange
Ein Künstlerkollege animierte Michael Lange 1988, sich das Training im Landshuter Boxclub anzuschauen. Seither ist er dem Verein treu. Zwar beendete er bereits nach einem Jahr das aktive Training und tauschte die Boxhandschuhe gegen Skizzenbuch und Zeichenstift ein. Aber die Faszination für den Club und seine Akteure blieb. Nach Skizzen und auch Fotografien fertigte er Zeichnungen und Gemälde an. Von Anfang an interessierte ihn, die Atmosphäre einzufangen – sowohl bei Kämpfen auf der Dult als auch beim Training in der Halle. Später kamen Porträts einzelner Boxer hinzu. In jüngerer Zeit zeichnete er historische Aufnahmen von Athleten des Clubs nach bzw. interpretierte sie neu. Den Kampf selbst stellte er selten dar. Es geht ihm um die Darstellung des Vereins als „Teil der Landshuter Gesellschafts-geschichte mit vielen verschiedenen Charakterköpfen, Bildungsschichten und Nationalitäten“. Seine statischen Bilder verleihen den Boxern Würde und zeigen ihren Mut, die Disziplin, den Ehrgeiz, aber „vor allem ihre mentale Stärke, Schläge auszuteilen und einstecken zu können“.
Wegbegleiterin – die Fotografin Christine Vinçon
Die Schwarz-Weiß-Fotografien von Christine Vinçon zeigen Boxer des Clubs SC Bavaria 20: beim Training und beim Wettkampf. Die Sportler, ihre Körper und ihre Emotionen, die sich in ihren Gesichtern ablesen lassen, stehen im Fokus. Es sind Momentaufnahmen von schnellen Bewegungsabläufen, die mit dem bloßen Auge so nicht zu erfassen sind. Erst durch die Fotografie werden diese festgehalten und sichtbar. Weder Farben noch Zuschauer sollen von der Wucht der Dynamik ablenken – das ist Christine Vinçon wichtig.
»Bei der Sportfotografie muss man die Regeln genau kennen und vorausahnen, was im nächsten Moment passiert, um rechtzeitig den Auslöser zu drücken. Man muss sich in die Handlungsszene und in die Gefühlswelt der Sportlerinnen und Sportler hineinversetzen können, um gute Aufnahmen zu machen.«
Warum Boxen? Neun Videointerviews erklären die Faszination
Trotz Vorbehalten wegen Gewalttätigkeit und Verbotsforderungen wegen Gesundheitsrisiken: Boxen fasziniert. Allein in Landshut kommen seit gut zehn Jahren mehrere tausend Zuschauer zweimal jährlich zu den Boxkämpfen auf der Dult. Woran liegt das?
In neun Videointerviews schildern die Künstler Lange und Vinçon sowie Mitglieder des Boxclubs SC Bavaria 20 Landshut – aktive und ehemalige Boxer, Trainingsteilnehmerinnen, ein Trainer und der Präsident, was sie am Boxsport fasziniert, welches Potential im Boxen steckt, aber auch mit welchen Herausforderungen und Risiken sie umgehen können müssen.
Ausstellungseröffnung
Die Stadt Landshut lädt Sie und Ihre Freunde herzlich ein zur Eröffnung der Ausstellung am Samstag, 23. Mai, um 11 Uhr im Foyer des KOENIGmuseums
Es sprechen
Dr. Thomas Haslinger, Oberbürgermeister der Stadt Landshut
Daniel J. Schreiber, Leiter der Museen der Stadt Landshut
Oliver Wunsch, Präsident des Boxclubs SC Bavaria 20 Landshut
Dr. Doris Danzer, Kuratorin der Ausstellung
Musikalische Gestaltung
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Im Anschluss
Umtrunk und Ausstellung im LANDSHUTmuseum
Für die Teilnahme ist eine Anmeldung erforderlich. Diese ist ab 18. Mai, 12 Uhr über die Website der Museen der Stadt Landshut möglich.
Begleitprogramm
Begleitend zur Ausstellung laden die Museen der Stadt Landshut zu einem vielseitigen Programm ein – vom Wortgefecht im Ring mit Schaukampf, über eine inszenierte Lesung, öffentliche Führungen und Workshops bis hin zu einem Abend mit Axel Schulz. Weitere Informationen dazu stellen wir auf der Ausstellungswebsite zur Verfügung.
https://landshutmuseum.museen-landshut.de/ausstellungen/kampf-kunst-geschichte/

