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Freie Wähler Chef MdL Aiwanger: „Die Ärzte sollen zu den Menschen, nicht andersrum"

Die Facharztversorgung im Landkreis Landshut möchte der Landtagsabgeordnete und Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, Hubert Aiwanger, verbessern. In einer Anfrage wendete sich der Abgeordnete aus Rottenburg an die Staatsregierung. Das Ministerium für Gesundheit und Pflege teilte daraufhin mit, dass laut Kassenärztlicher Vereinigung Bayern von den bekannten Facharztgruppen 121,5 Ärzte (77 Prozent) in der Stadt und 35,5 (23 Prozent) im Landkreis angesiedelt sind.

Am deutlichsten ist der Unterschied bei den Orthopäden, von denen 13 ihre Praxis in Landshut und nur einer seinen Sitz im Landkreis hat. Bei den Kinderärzten ist die Aufteilung etwas besser, hier sind sieben in der Stadt und fünf im Landkreis. Doch obwohl in der Stadt Landshut nur 31 Prozent der in der Region lebenden Menschen wohnen, haben sich dort mehr als drei Viertel der Fachärzte angesiedelt.

Durch die ungleiche Verteilung der Fachärzte in Bezug auf die Bevölkerung in der Region Landshut müssen die Patienten aus der Fläche in die Stadt fahren. „Dabei sollten doch die Ärzte zu den Menschen, nicht die Menschen zu den Ärzten", findet Hubert Aiwanger. Dies müsse auch im Sinne der Stadt sein, da das Verkehrsaufkommen sinke, wenn die Bürger aus der Fläche zu einem Arzt vor Ort gehen können, erklärt er. „Landshut versinkt zu den Stoßzeiten ohnehin im Verkehr. Es wäre nur gut für die Stadt, wenn nicht auch noch die Arztbesucher vom Land in die Stadt müssten."

Für Hubert Aiwanger ist dieses Stadt-Land-Gefälle ein klares Zeichen, dass der Zuschnitt des Versorgungsbezirkes Landshut geändert werden muss. „Daher fordern wir Freie Wähler, dass die Region Landshut in zwei Bezirke aufgeteilt wird – einer für die Stadt und einer für den Landkreis", sagt Aiwanger. Dadurch werde deutlich, dass die Region zwar ausreichend mit Fachärzten versorgt ist, diese sich aber größtenteils in der Stadt aufhalten. Mit zwei verschiedenen Versorgungsbezirken müssten sich mehr Ärzte auf dem Land ansiedeln.

Diese Meinung teilt auch das Gesundheitsministerium. Nachdem bereits bei der hausärztlichen Versorgung in Bayern einzelne Bezirke geteilt worden waren und dies als „ein erster Schritt in die richtige Richtung" erachtet worden war, will das Ministerium außerdem prüfen, ob und wo auch bei der Facharztversorgung regionale Abweichungen nötig sind. „Die Region Landshut ist hier sicherlich kein Einzelfall", sagt Aiwanger.

Um die flächendeckende medizinische Versorgung zu gewährleisten, müssten sich die Ärzte nicht unbedingt Vollzeit auf dem Land ansiedeln. Auch eine Außenstelle der Praxis, die ein paar Tage in der Woche besetzt ist, würde bereits eine deutliche Verbesserung mit sich bringen, meint Aiwanger abschließend.

 

Vogginger

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