
Vor der JVA Straubing versammelten sic die Streikenden.
Straubing - pm (23.01.2026) Rund 50 Beschäftigte haben sich am Aktions- und Warnstreiktag von ver.di vor der Justizvollzugsanstalt Straubing versammelt, um auch abseits der großen Städte ein Zeichen an ihre Arbeitgeber in der Tarif- und Besoldungsrunde der Länder zu setzen. Trotz Temperaturen von minus sechs Grad Celsius ließen sich die Teilnehmenden nicht davon abhalten, ihren Forderungen lautstark Nachdruck zu verleihen.
Im Mittelpunkt der Kundgebung standen die Kolleginnen und Kollegen der JVA Straubing, viele von ihnen verbeamtet. Unterstützt wurden sie von Beschäftigten des Staatlichen Bauamts Landshut, dessen Zahlungsstelle dadurch schließen musste, sowie der Autobahn GmbH.
Dietmar Binder, Vertrauensleutesprecher und Personalratsvorsitzender der JVA Straubing, kritisiert die Haltung der Arbeitgeber in der 2. Verhandlungsrunde scharf: „Gedankenspiele über einen Inflationsausgleich mit Nullmonaten und das auf drei Haushaltsjahre verteilt, sind kein ‚Lösungskorridor‘, sondern einfach nur respektlos!“ Auch die Ankündigung von Markus Söder, einen Tarifabschluss erst mit 6-monatiger Verzögerung auf die verbeamteten Kolleginnen und Kollegen zu übertragen, stieß auf Unverständnis und Unmut.
Christoph Kittel, zuständiger Gewerkschaftssekretär von ver.di, sieht in der aktuellen Verhandlungslage und der öffentlichen Debatte, u.a. die über angebliche Faulheit von Beschäftigten, gar eine Rückkehr zu den schlechten Erfahrungen der 2000er Jahre. Der öffentliche Dienst wurde damals geprägt durch hartes Sparen auf Kosten der Beschäftigten, bis heute nachwirkende Einstellungsstopps und unnötige Konflikte über längere Arbeitszeiten.
Kittel betont: „Arbeitskampf ist keine Schönwetterveranstaltung. Die Leute stehen in der Kälte, weil sie sich nicht wieder in eine Abwärtsspirale aus Gehaltsverzicht, Personalabbau und Mehrbelastung drängen lassen wollen. Sie erwarten von ihren Arbeitgebern zumindest ein ernsthaftes Angebot in der 3. Verhandlungsrunde“. Die Verhandlungen werden am 11. Februar fortgesetzt.

