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OB-Kandidat Heiko Helmbrecht regt Landeslösung fürs Stadttheater an

Bernlochner Komplex

Der Bernlochner-Komplex an der Isar.

Landshut – pm (23.01.2026) OB-Kandidat Heiko Helmbrecht (ÖDP) bringt eine grundsätzliche Neuordnung der Verantwortung für das niederbayerische Landestheater ins Gespräch. Ziel ist es, die kulturelle Grundversorgung in Niederbayern dauerhaft zu sichern, ohne die ohnehin stark belasteten Kommunalfinanzen weiter zu überfordern. Das niederbayerische Landestheater spielt in Landshut, Passau und Straubing und erfüllt damit einen überregionalen Kulturauftrag für die gesamte Region.

„Ein Landestheater ist keine freiwillige Aufgabe einer einzelnen Stadt, sondern Teil der kulturellen Daseinsvorsorge für ganz Niederbayern“, erklärt Helmbrecht. Wenn der Freistaat gleichwertige Lebensbedingungen in allen Landesteilen ernst nehme, müsse sich das auch in der Finanzierung zentraler kultureller Infrastruktur widerspiegeln.

Konkret regt Helmbrecht an, den Bernlochner-Komplex als möglichen zentralen Theaterstandort in eine Landeslösung einzubinden. Dabei solle ausdrücklich geprüft werden, ob das Areal zweckgebunden in die Verantwortung des Freistaats Bayern übergehen kann – etwa durch eine Eigentumsübertragung oder vergleichbare rechtliche Modelle. Ziel sei eine dauerhafte Absicherung von Bau, Sanierung und baulicher Entwicklung auf Landesebene.

Hintergrund des Vorschlags ist, dass der Freistaat bei einem Theaterneubau oder einer umfassenden Sanierung ohnehin mit hohen Fördermitteln beteiligt wäre, während zugleich ein erheblicher Eigenanteil bei der Stadt Landshut verbliebe. „Gerade bei Investitionsvolumina in dieser Größenordnung stoßen kommunale Haushalte schnell an ihre Grenzen“, so Helmbrecht. Eine andere Zuordnung der Verantwortung könne helfen, diese strukturelle Schieflage offen zu diskutieren.

Landshut habe mit dem Erwerb und der Entwicklung des Bernlochner-Komplexes bereits erhebliche Vorleistungen erbracht. Vor diesem Hintergrund sei es legitim, über eine faire Aufgaben- und Finanzierungsverteilung zwischen Kommune und Land zu sprechen. „Seit Jahren erleben wir, dass Kommunen immer neue Aufgaben schultern sollen, ohne dafür ausreichend finanziell ausgestattet zu werden“, erklärt Helmbrecht. Gerade bei kostenintensiven Großprojekten wie der Sanierung oder dem Neubau eines Theaters führe dieses System zwangsläufig zu steigender Verschuldung.

Der Vorstoß zielt ausdrücklich nicht auf einen Rückzug der Kommunen aus der Kulturpolitik, sondern auf eine strukturell tragfähige Lösung für die gesamte Region. „Kultur in der Fläche braucht verlässliche Strukturen. Dauerhafte Landesaufgaben dürfen nicht über kommunale Sonderopfer abgesichert werden“, betont Helmbrecht.

Die ÖDP Landshut möchte mit diesem Impuls eine sachliche und offene Diskussion über die Zukunft des niederbayerischen Landestheaters anstoßen – auch mit Blick auf die anstehenden Haushaltsentscheidungen. „Es geht um eine langfristig verantwortbare Lösung für die ganze Region, nicht um ein kurzfristiges Prestigeprojekt“, so Helmbrecht abschließend.

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