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Filmreife Szene auf der Autobahn. 27jähiger rammmt auf der Flucht ein Polizeiauto mit hoher Geschwindigkeit. Drei Beamte verletzt

bild polizeiauto breit

Unvorstellbare Szenen spielten sich heute Vormittag, 10. Juli, im Zusammenhang mit einer Verkehrskontrolle auf der Autobahn A 3 bei Passau ab. Ein 27-jähriger litauischer Staatsangehöriger, dessen Range Rover zur Fahndung ausgeschrieben war, wollte sich der Anhaltung der Schleierfahnder entziehen, rammte dabei zwei Polizeifahrzeuge und verletzte in diesem Zusammenhang drei Polizeibeamte leicht.

Die Ermittlungen in diesem Fall führen Staatsanwaltschaft Passau und Kripo Passau. Der Verkehrsunfall wurde von der Verkehrspolizei Passau aufgenommen.

Gegen 09.00 Uhr wurde auf Höhe der Rastanlage Donautal-West ein schwarzer, über 500 PS starker Range Rover Sport mit Heidelberger Kennzeichen gesichtet, das Fahrzeug war mit einer männlichen Person besetzt. Der Fahrer sollte einer Kontrolle unterzogen werden. Anfängliche Überprüfungen im Fahndungsbestand ergaben bereits, dass das Kennzeichen aufgrund Diebstahls im Zeitraum zwischen dem 09.07.2014 und 10.07.2014 zur Eigentumssicherung ausgeschrieben war.

Beamte der Schleierfahndung nahmen die sofortige Verfolgung des Fahrzeugs auf. Kurz nach der Anschlussstelle Passau-Mitte gelang es, den Range Rover zu überholen und das Anhaltesignal am Display des Zivilfahrzeugs, sowie die Anhaltekelle zu zeigen. Das Fahrzeug sollte schließlich an der Anschlussstelle Passau-Süd angehalten und Fahrer sowie Pkw überprüft werden.
Der Range Rover folgte zunächst dem Dienst-Kfz auf den Verzögerungsstreifen der Autobahn, beschleunigte jedoch kurzerhand vor der eigentlichen Ausfahrt und überholte das Dienst-Fahrzeug rechtsseitig. Danach fuhr der 27-Jährige mit hoher Geschwindigkeit wieder zurück auf die Autobahn in Richtung Österreich. Bei dieser Aktion kam es bereits zu einer Kollision mit dem Dienstfahrzeug, BMW X3, welcher dadurch erheblich an der rechten Seite beschädigt wurde.

Die Beamten forderten unverzüglich Unterstützung an, die nicht lange auf sich warten ließ. Eine zusätzliche Streifenbesatzung der Schleierfahnder verfolgte den Flüchtenden. Dabei setzte sich ein Dienstfahrzeug vor, das andere hinter den Range Rover. Weiter wurde vergeblich versucht, den 27-jährigen Fahrzeugführer zum Anhalten zu bewegen, was dieser wiederum ignorierte. Im Zusammenhang mit der Flucht wurden Spitzengeschwindigkeiten von sage und schreibe über 200 km/h erreicht !
Unvermittelt fuhr der junge Mann, vergleichbar wie in einem Science-Fiction-Film, bei einer Geschwindigkeit von ca. 150 km/h auf das vordere Dienstfahrzeug auf, schob dieses nach rechts und versuchte, zwischen dem Dienstfahrzeug und der Mittelleitplanke seine Flucht fortzusetzen, wobei der Range Rover links an der Mittelleitplanke bzw. rechts am Dienstfahrzeug entlang schrammte und dabei einen Beamten leicht verletzte und zusätzlich erheblichen Sachschaden verursachte. Das Dienstfahrzeug war ab diesem Zeitpunkt nicht mehr fahrbereit und musste auf dem Seitenstreifen ausrollen.

bild poli zwei breit

Der Streifenwagen (re.) konnte den Flüchtigen an der Leitplanke zum Anhalten bringen.

Bei dem Auffahren auf das Dienstfahrzeug dürften bereits beide Airbags des Range Rovers ausgelöst haben, weshalb der Innenraum dieses Fahrzeugs stark vernebelt war. Die Streifenbesatzung die sich hinter dem 27-Jährigen befand, konnte den Range Rover in einem günstigen Moment überholen. Hierbei kam es erneut zu einer Kollision, da der Fahrzeugführer des Range Rovers abermals versuchte, das zivile Polizeifahrzeug seitlich abzudrängen.

Noch bevor es dem "Verkehrsrowdy" gelang, weiter zu beschleunigen, wurde der Range Rover von der Streifenbesatzung, ohne Gefahr für weitere Verkehrsteilnehmer entstehen zu lassen, zwischen Dienstfahrzeug und Mittelleitplanke manövriert und dabei zum Stehen gebracht.
Die vorläufige Bilanz dieser unglaublichen Aktion: Drei leicht verletzte Beamte durch Prellungen bzw. HWS und Sachschaden an Fahrzeugen und Leitplanke in Höhe von etwa 60.000 Euro. Vor allem dem Glück, aber auch dem besonnenen Verhalten der eingesetzten Beamten ist es zu verdanken, dass diese waghalsige Aktion seitens des 27-Jährigen nicht wesentlich fataler geendet hat.
Zu einer konkreten Gefährdung von weiteren Verkehrsteilnehmern ist es nicht gekommen.

Der Mann aus Litauen wurde widerstandslos vorläufig festgenommen. Derzeit befindet er sich noch auf der Dienststelle und wird zur Sache vernommen. Der Range Rover im Wert von etwa 90.000 Euro, sowie ein im Innenraum aufgefundener Schraubenzieher wurden sichergestellt.

Der Beschuldigte ist bereits mehrfach polizeilich im Bereich Eigentumskriminalität in Erscheinung getreten. Zudem ergaben die Ermittlungen, dass er bereits seit vielen Jahren nicht mehr im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis ist. Der Range-Rover ist seit April diesen Jahres nicht mehr zugelassen.

Ein Verfahren unter anderem wegen Gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, Körperverletzung, Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort, Besonders Schwerem Fall des Diebstahls eines Kraftwagens, sowie Fahrens ohne Fahrerlaubnis wurde in die Wege geleitet.

Mittlerweile ergab eine genauere Überprüfung des Range Rovers durch die Ermittler der Kripo Passau, dass die zur Fahndung ausgeschriebenen, gestohlenen Kennzeichen ursprünglich an einem baugleichen Fahrzeug angebracht waren. Der vom 27-Jährigen gesteuerte Range Rover war nach Auskunft des letzten Halters einem Autohaus in Heidelberg zum Verkaufs übergeben worden. Die Verantwortlichen des dortigen Autohauses waren sichtlich überrascht, denn nach dortiger Auskunft soll sich das Fahrzeug immer noch auf deren Gelände befinden. Doch dem war wohl nicht so. Vermutlich gelangten der oder die Täter durch das Schiebedach in das Innere des Fahrzeugs. In wie fern der 27-Jährige in den gesamten Tatkomplex involviert ist, müssen die weiteren Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Kripo Passau ergeben.

Der 27-jährige wird auf Antrag der Staatsanwaltschaft am morgigen Freitag, 11. Juli, dem Haftrichter beim Amtsgericht Passau vorgeführt. Dieser wird über die Haftfrage zu entscheiden haben.

Es wird nachberichtet.

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