Landkreis Landshut - pol (22.05.2026) Seit Beginn der Woche (18.05.) treten im Landkreis Landshut vermehrt betrügerische Teerkolonnen auf. Am 19. Mai wurde gegen 10 Uhr einem 61-jährigen Bewohner in Schalkham von einer Gruppe Bauarbeiter kostenlos Teer angeboten. Dieser sei angeblich bei Bauarbeiten bei einer Firma übriggeblieben. Da dieser zustimmte, kamen nachmittags zwei Lkw und mehrere Pkw auf sein Grundstück und die Arbeiter begannen zu teeren.
Im Bereich Rottenburg a.d.Laaber, Hohenthann, Bayerbach bei Ergoldsbach sowie in Oberdörnbach gab es ebenfalls bereits Mitteilungen von Bürgern über das Auftteten betrügereischer Teerkolonnen.
Nachdem die Asphaltarbeiten mehr als mangelhaft beendet waren, verlangten sie 4.000 Euro. Da sie den 61-Jährigen unter Druck setzten und bedrängten, übergab dieser eine niedrige vierstellige Bargeldsumme. Erst danach verließen die Arbeiter das Grundstück. Die Polizeiinspektion Rottenburg a.d.Laaber hat die Ermittlungen hierzu aufgenommen.
Gegen 11 Uhr teilte ein aufmerksamer Bürger der Polizeiinspektion Vilsbiburg Arbeiter mit polnischen Fahrzeugen mit, welche Teerarbeiten anboten. Zwei Fahrzeuge mit polnischer Zulassung konnten schließlich in Baierbach fesgestellt werden. Ermittlungen ergaben, dass die drei Fahrzeuginsassen zuvor bereits bei einer Firma in Bodenkirchen ihre Teerarbeiten erfolglos anboten.
Es handelte sich dabei um zwei Männer (32 und 35 Jahre) mit polnischer Staatsangehörigkeit und um einen 30-Jährigen mit britischer Staatsangehörigkeit. Sie besitzen keinerlei Gewerbeberechtigungen und traten in der Vergangenheit bereits mehrfach mit Betrugsdelikten polizeilich in Erscheinung.
Das Vorgehen der Betrüger:
Die Betrüger bieten an der Haustür kurzfristig Teerarbeiten an, da sie angeblich von nahegelegenen Baustellen Restmaterial übrig hätten. Für die Arbeiten wäre nur ein geringes "Taschengeld" zu bezahlen. Sobald die Asphaltarbeiten beginnen, werden oft größere Flächen als vereinbart bearbeitet. Nach Abschluss wird oft unter massivem Druck die sofortige Barzahlung von Summen gefordert, die das ursprüngliche Angebot um das Vielfache übersteigen.
Die Qualität der Arbeiten ist meist zudem mangelhaft. Der Asphalt wird ohne stabilen Untergrund direkt aufgetragen, was nach kurzer Zeit zu Rissen führt. Zudem fehlen den Tätern in der Regel Gewerbeberechtigungen und ordnungsgemäße Rechnungen.
Typische Warnsignale:
- Unaufgeforderte Haustürangebote mit Restmaterial zu einem günstigen Preis, aber nur heute.
- Nur Barzahlung und mit Druck zur Sofortzahlung.
- Keine oder fehlende Firmenkennzeichnung bzw. kein Nachweis über Referenzen.
- Übermäßig günstiger Preis kombiniert mit hoher Dringlichkeit.
- Aggressives Verhalten oder Drohungen bei Widerspruch.
Verhaltenstipps:
- Keine Geschäfte an der Haustür abschließen – keine Unterschriften oder mündlichen Verträge bei ungefragten Angeboten.
- Barzahlung vermeiden – nur nach ordnungsgemäßer Leistung und Rechnung per Überweisung zahlen.
- Auf Firmenunterlagen bestehen – Firmenname, Visitenkarte, Transportkennzeichen, Rechnung mit Steuernummer.
- Keine Drucksituationen akzeptieren – „nur heute“ oder „Sonderpreis“ ignorieren.
- Seriosität prüfen – Handelsregister, IHK oder lokale Empfehlungen kurz prüfen.
- Bei Zweifeln Arbeit sofort stoppen – weiterarbeiten lassen heißt Risiko erhöhen.
- Fotos & Kennzeichen notieren – Personal, Fahrzeuge und Kennzeichen dokumentieren.
- Zeugen hinzuziehen – Nachbarn oder Passanten um Unterstützung bitten.
- Polizei bei Bedrohung anrufen – Notruf 110.
- Belege sichern und Anzeige erstatten – Fotos, Quittungen und Kommunikation aufbewahren und melden.
- Misstrauen bei „Restmaterial“-Angeboten – das ist ein häufiges Betrugsmerkmal.

