
Die Volle Christuskirche zur Andacht vor dem Jahresempfang
Landshut – pm (23.01.2026) Mit einem eindrücklichen Appell an Hoffnung, Zusammenhalt und Veränderungsbereitschaft ist das Diakonische Werk Landshut in das neue Jahr gestartet. Über 550 Hauptamtliche und 400 Ehrenamtliche engagieren sich täglich für die Schwächsten in Stadt und Landkreis und machen sichtbar, was gelebte Nächstenliebe bedeutet.
Jahreslosung und Tradition
In der Andacht stellte Dekanin Dr. Nina Lubomierski die Jahreslosung 2026 „Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“ in den Mittelpunkt. Sie verwies auf das Leitbild der Diakonie Deutschland „Wir sind aus einer lebendigen Tradition innovativ“ und betonte, dass diakonisches Handeln seit 2000 Jahren vom Weitergeben des Glaubens und vom Dienst an hilfebedürftigen Menschen lebt.

Dekanin Dr. Nina Lubomierski hält die Andacht.
Am Beispiel der Landshuter Diakonie erinnerte sie an die Gründung des Evangelischen Frauenvereins 1895 und des späteren Diakonievereins, der Armen- und Krankenpflege sowie Jugendfürsorge in den Blick nahm. Diese Tradition starker Frauen, die Arme, Kranke und Familien unterstützen, prägt bis heute das Profil des Diakonischen Werks vor Ort.
Diakonie als Haltung in unsicheren Zeiten
Die geschäftsführende Vorständin Manuela Berghäuser machte deutlich, dass das neue Jahr vor dem Hintergrund großer gesellschaftlicher Unsicherheiten beginnt: Politische Spannungen, soziale Herausforderungen und persönliche Sorgen lassen viele Menschen nach Orientierung und Verlässlichkeit suchen. Ausgehend von Bildern aus dem Film „Avatar“ beschrieb sie Diakonie als Haltung, die darin besteht, Menschen wirklich zu sehen, ihnen mit Aufmerksamkeit und Wertschätzung zu begegnen und gerade in Krisen Verbindung statt Rückzug zu wählen.
Besonders hob sie die tägliche Arbeit der Mitarbeitenden in Pflege, Beratung und Begleitung hervor. Ihr Dasein, ihr Zuhören und ihr Aushalten auch ohne schnelle Lösungen prägen die diakonische Arbeit wesentlich und sind ein starkes Zeichen der Hoffnung im Alltag vieler Betroffener.
Netzwerk, Verantwortung und Hoffnung
Berghäuser betonte, dass diese Arbeit verlässliche Rahmenbedingungen braucht: Wirtschaftliche Stabilität sei Voraussetzung, damit es auch künftig Zeit, Aufmerksamkeit und Beziehung für Menschen geben könne. Diakonie gelinge nicht allein, sondern lebe von starken Partnerschaften mit Kirche, Kommune, Hospizverein, Integrationsamt und weiteren Akteuren im sozialen Netzwerk.
Die Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste – unter ihnen Stadtratsmitgliederaus und Bürgermeisterkandidaten sowie Vertreterinnen und Vertreter der Umlandkommunen, Fachbehörden, Hospizverein, Landshuter Netzwerk sowie Mitarbeitendenvertretung – unterstrich diesen Schulterschluss von Kirche, Diakonie, Politik und Zivilgesellschaft. Zum Schluss rückte Berghäuser die Hoffnung in den Mittelpunkt: nicht als Garantie, dass alles gut wird, sondern als Vertrauen, nicht allein unterwegs zu sein – getragen von einer Kraft, die größer ist als der Mensch selbst und die Christinnen und Christen Gott nennen.

