Man ist hin- und hergerissen, wenn man das liest. Kein Stadtrat, der nicht wenigstens Jura oder Betriebswirtschaft studiert oder wenigstens eine kaufmännische Ausbildung hat, steigt da noch durch. Also ist es fast schon tröstlich, dass der Stadtrat hier (wie auch in anderer Hinsicht) total überschätzt wird und eigentlich fast nichts zu sagen hat. Demokratiepolitisch ist das natürlich völlig unbefriedigend. Die Gesellschaft ist längst so arbeitsteilig und spezialisiert geworden (und die demokratischen Entscheidungsprozesse so langsam im Vergleich zu anderen Entwicklungen), dass wir auf bedenkliche Zeiten zusteuern. Lobby-Einfluss gegen Marginalisierung, so könnte man das nennen. Wer als Politiker(in) und Möchtegern-Politiker(in) schon keine Ahnung hat, der muss wenigstens so tun als ob, also simulieren nach Leibeskräften. Und es aushalten, immer wieder öffentlich hinterfragt zu werden; denn sonst verkommt die Öffentlichkeit zum bloßen Stimmvieh-Panoptikum. - Gez. Volker Mauersberger

