Im heutigen Artikel "Kein Scherbengericht" ist der Satz zu lesen: "Die verlorenen Bürgermeister-Wahlen vom 9. Mai will man sowieso nicht mehr Radlmeier allein in die Schuhe schieben." Dazu hat auch niemals ein Anlass bestanden, denn die alleinige Schuld für die Nicht-Wahl von Frau Gabi Sultanow zur 3. Bürgermeisterin ist alleine auf den Vertragsbruch der SPD zurückzuführen. Im Vorfeld der Bürgermeisterwahlen hatten sich bekanntlich CSU und SPD vertraglich geeinigt, bei den Wahlen den jeweils anderen Kandidaten zum 2. bzw. 3. Bürgermeister zu unterstützen. CSU und SPD plus OB Rampf haben zusammen 20 Stimmen. Und genauso viele Stimmen hat der SPD-Kandidat Steinberger bei der für ihn verlorenen Wahl gegen Herrn Dr. Keyßner bekommen. Die CSU hat somit der Vereinbarung entsprechend Wort gehalten. Im Gegensatz zur SPD, die nach der Steinberger-Schlappe ihren Kandidaten entgegen der Vereinbarung nochmals zum 3. Bürgermeister wählen lassen wollten. Doch bei dieser Wahl erhielt dieser nur bescheidene 6 Stimmen und damit genauso viele, wie die SPD Stadträte stellt. Es hätte für Frau Sultanow trotzdem gereicht, wenn diese sechs Stimmen im anschließenden zweiten Wahlgang zwischen Herrn Schneck und Frau Sultanow für die Kandidatin der CSU abgegeben worden wären. Genau so, wie es vorher zwischen CSU und SPD vereinbart worden ist. Doch leider wollte die Hälfte der Steinberger-Leute davon nichts mehr wissen, denn mindestens drei von Ihnen haben im entscheidenden zweiten Wahlgang nicht für die Kandidatin Frau Sultanow gestimmt. Die SPD täte gut daran, sich endlich für diesen Fehltritt bei Frau Sultanow zu entschuldigen. Doch stattdessen tut man in der Öffentlichkeit so, als sei man selbst das Opfer einer "Ehrenwort-Affäre". Die Schuld an der verpassten Chance auf eine Bürgermeisterin Sultanow trägt nicht Herr Radlmeier, sondern die SPD. Und Radlmeiers einzige Schuld besteht vielleicht nur darin, aus Anständigkeit und Höflichkeit diesen Punkt bislang noch nicht öffentlich angesprochen zu haben. - Gez. Johann Kaiser

