Sachstandsbericht B15neu

Lieber Herr Putz, in der Stadt Landshut wird seit vielen Jahren über ein Verkehrsproblem diskutiert. Zu viele Autos bringen einige Straßen an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit. Der Verkehrsfluss wird zäh, kostet Zeit und Nerven. Besonders zu Stoßzeiten. Von den Belastungen für die Anwohner gar nicht zu reden. Da kam die Idee auf, man könne doch mit einer Autobahn (gelb und B15neu genannt) den innerstädtischen Verkehr entlasten. Einige Parteien und ihre prominenten Vertreter fordern deshalb seit Jahren den Bau der B15neu mit der Begründung, sie diene der Verkehrsentlastung in Landshut. Bei einem ausgewiesenem Experten wurden Verkehrsgutachten bestellt. Eines zeigt den Ist-Zustand 2007 ohne Autobahn und zwei Prognosen für Verkehrszahlen mit einer Autobahn bis zur A92 respektive bis zur A94. Das andere Gutachten zeigt den Ist-Zustand 2013 mit der Autobahn bis zur Landkreisstraße 9 bei Ergoldsbach. Dazu kommen Prognosen über die Verkehrsentwicklung, jeweils abhängig vom Fortschritt des Bauwerks bis ins Jahr 2030 und einer durchgehenden Autobahn von Schierling bis zur A94. Mit liegen aus diesen beiden Gutachten insgesamt 26 Pläne vor, welche die Verkehrszahlen im Raum Landshut unter diversen Prämissen darstellen oder prognostizieren. Wenn man herausfinden will, ob die Autobahn den innerstädtischen Verkehr tatsächlich entlastet, dann muss man den Ist-Zustand vor dem Autobahnbau (Gutachten 2007) mit der Prognose für die Zeit mit einer durchgehenden Autobahn vergleichen (Plan 5c des Gutachtens vom 11.01.2014). Und da sieht es insgesamt schlecht aus für die Stadt. In vielen großen innerstädtischen Straßen nimmt die Verkehrsbelastung trotz Autobahn zu. Das gilt auch für alle Ein- und Ausfallstraßen rund um Landshut. In der Veldener Straße (B15) fahren laut Prognose genau so viele Fahrzeuge wie vor dem Bau der B15neu. 17.000 im Jahr 2007 und bis zu 18.000 im Jahr 2030. Auf der B11, von Altdorf her, von der Ausfahrt Landshut Nord, von der B15 Richtung Essenbach und von der B299 Richtung Geisenhausen verzeichnet die Verkehrsprognose für das Jahr 2030 durchwegs höhere Zahlen als vor dem Autobahnbau. Für die Stadt Landshut ist die Autobahn deshalb in keinster Weise eine Lösung ihrer Verkehrsprobleme. Nur für die Adenauer Straße sagt die Prognose voraus, dass dort in 20 Jahren gut 3.000 Fahrzeuge weniger fahren. Das wäre eine schöne Nachricht, wenn dann nicht noch immer bis zu 24.000 Fahrzeugen täglich unterwegs wären. Die Behauptung, dass mit einer durchgehenden Autobahn die Verkehrsbelastung dort um 10.000 Fahrzeuge täglich reduziert würde, ist eine Halbwahrheit, weil sie sich auf eine Spitzenbelastung im Jahr 2018 bezieht und damit kein echter Vorher-Nachher-Vergleich ist. Ich halte das Hausieren mit Halbwahrheiten für anrüchig. Für die Adenauer Straße braucht man eine eigene Lösung. Denkbar ist ein durchgehend vierspuriger Ausbau mit zwei Brücken. Eine über die Kreuzung beim Wochenblatt und eine, die zwei Spuren von der Adenauer Straße über die Kreuzung direkt zum Kasernenberg hebt. Vorteil für Landshut: Muss der Bund zahlen. Das Ende der B15neu an der A92 ist für den Verkehr in der Stadt Landshut gemäß den Gutachten der “worst case“. Es ist schön, dass Sie sich dafür engagieren, diesen „wost case“ für Landshut abzuwehren. Sie werden aber auch verstehen, dass sich viele hier im südlichen Landkreis dafür engagieren, den „worst case“ für unsere Heimat abzuwehren. Das wäre eben die Landschaftszerstörung und mehr durch eine Autobahn. Es wird Zeit, dass wir alle hier Ideen entwickeln, wie sich die Verkehrssituation vor Ort auch ohne Großprojekte verbessern lässt. Wie beispielsweise ein Landshuter Verkehrsverbund den motorisierten Individualverkehr reduzieren kann. Da ist deutsche Ingenieurskunst gefragt, Herr Putz. - Schöne Grüße, Michael Vogt, Aham