Wer lesen kann, ist eindeutig im Vorteil. Das gilt auch für das Verständnis und die Interpretation der Prognos-Studie. Da gibt es eine Gesamtreihung von 402 Kreisen und Städten in Deutschland und Reihungen in sechs Unterkategorien. Wenn man diese aufdröselt, stößt man auf insgesamt 29 Indikatoren. Wie diese Indikatoren errechnet werden, deuten die einschlägigen privaten Forschungsinstitute allenfalls an. Dahinter steckt ja ihre ureigene "Cola-Formel" mit der sie sich im Wettbewerb gegen andere Institute durchsetzen wollen. Aber dass die "kommunale Schuldenlast" bei Prognos ein eigener Indikator ist, das könnte auch Herr Putz direkt nachlesen, wenn er sich mit der Materie eingehend befassen würde. Mit Gesamträngen 13 für die Stadt und 68 für den Landkreis prognosziert diese Wirtschaftsanalyse unserer Landshuter Region hohe und sehr hohe Zukunftschancen. Die Studie berücksichtigt zwar den Faktor Wohlstand, bei dem der Landkreis Landshut Platz 7 in Deutschland einnimmt und die Stadt Landshut auf Platz 141 landet. Aber „weiche“ Faktoren wie "Lebensqualität" oder "Zugang zu unberührter Natur" kommen in einer Wirtschaftsstudie fahrlässigerweise immer noch nicht vor. Eines können wir jedoch eindeutig aus dieser Studie herauslesen, wenn wir uns ernsthaft mit den 29 Einzelindikatoren befassen: Eine Autobahn B15 neu ist das Letzte, was wir hier in der Region brauchen, um unsere Zukunftschancen zu verbessern. Die Stadt kann sich verbessern, wenn sie ihre Schulden in den Griff kriegt und für den Landkreis gilt: Weniger Gülle, mehr Geist. Hier fehlt es an Hochgebildeten. Sagt jedenfalls Prognos und schickt uns in der entsprechenden Unterkategorie auf Platz 262. - gez. Michael Vogt, Kreisrat Bündnis 90/Die Grünen, Aham

