Die junge Liste ist zu unterstützen, was ihre Bestrebungen auf dem kulturellen Sektor betrifft. Schade, dass sich von den Verantwortlichen in der Stadt bislang keiner an die strukturellen Einsparungen im kulturellen Bereich herantraut, obwohl sie seit Jahren von verschiedenen Fraktionen gefordert werden, darunter auch die CSU und die Freien Wähler. Gerade im Museumsbereich gibt es ohne ersichtlichen Grund zwei Museumsleiter. Das ist ungefähr so, als würde man Herrn Bichlmaier auch einen Bibliotheksleiter in der Weilerstraße an die Seite setzen, der sich unbedingt abgrenzen müsste. Mag der Vergleich hinken, aber er illustriert die Schizophrenie des Zustandes im Museumsbereich. Da es im Koenigmuseum seit vielen Jahren, meines Wissens schon seit 2008, keine neue Ausstellung gibt, fragt sich zumindest der interessierte Laie, warum man dafür eine Kunsthistorikerstelle braucht, die der Stadt viel Geld kostet. (Die Museen der Stadt Landshut zeigen derzeit fünf Ausstellungen gleichzeitig, mit einem einzigen Museumsleiter und mit deutlich schlechteren räumlichen Voraussetzungen: Landshuter Keramik, Landshuter Archäologie, Kasimirs Weltreise, Ludwig II, Museumsquartier. Drei davon wurden heuer schon mehrfach gewechselt) Die von der Stadt für das Skulpturenmuseum herausgegebenen Zahlen (Ausgaben von 429.000 Euro pro Jahr, also weit mehr als 1000 Euro an jedem Tag, egal ob das Museum geöffnet oder geschlossen hat) lassen zudem vermuten, dass es außer einer Kassenkraft noch eine Menge weiteres Personal gibt. Auch die genannten auswärtigen Koenig-Ausstellungen finden ebenfalls nicht statt. Obwohl dagegen sicher weder der Stiftungsvertrag, noch der Stifter oder der Stadtrat etwas einzuwenden hätte. Es gibt demnach seit Jahren ungenutzte Kapazitäten und es wäre dem Skulpturenmuseum wirklich zu wünschen, dass es eines Tages als lebendiges Teil einer Landshuter Museumslandschaft auch fachlich-kunsthistorisch wieder bespielt wird. Hier müsste dringend jemand mit wirksamer Erfahrung im Ausstellungswesen an der Spitze stehen, der es auch versteht, die vielfältigen Synergiemöglichkeiten mit den anderen Museumseinrichtungen zu nützen. Der jungen Liste ist zu wünschen, dass sie das unerfreuliche städtische Dauerthema zielführend und mit der nötigen Durchsetzungskraft im Stadtrat voranbringt. - gez. Konrad Pleicka

