Vielleicht fehlt es mir ein wenig an überschäumendem Engagement, aber Recht geben würde ich den Herren Sablohn, Zehntner und anderen durchaus. Ich empfehle dringend die Lektüre eines Buches, das es schon seit etwas über einem Jahr gibt: "Die Asozialen: Wie Ober- und Unterschicht das Land ruinieren" von Walter Wüllenweber (Deutsche Verlags-Anstalt). Diese gut recherchierte und stellenweise glänzend geschriebene Buch erklärt, warum es auf allen politischen Ebenen in manchen Bereichen kaum noch möglich ist, sich gegen Wirtschaftsinteressen durchzusetzen. Wüllenwebers bestes Beispiel: Das Versagen der Politiker bei der Rück-Reformierung des Bankensektors. Auf Deutsch: Es ist zur Zeit "politisch" nicht mehr möglich, das Investment- und Privatkundengeschäft wieder strikt zu trennen, so wie es vor Rot-Grün der Fall gewesen war und wie es nach Umfragen bis zu achtzig Prozent der Bevölkerung befürworten. Was heißt das, auf Landshut und speziell auf das Salzdorfer Tal angewandt? Sogenannte Investoren und Immobilienheinis werden nicht eher Ruhe geben, bis auch das letzte Fleckerl Erde in Landshut bebaut ist, wie schützenswert es auch immer sein mag. Das liegt in der Logik ihres Geschäfts. Es sei denn, man schiebt ihnen einen Riegel in Form von Verboten und strengen Regeln vor. Wie viele Landshuter Stadträte, glauben Sie wohl, lassen sich ihre Wiederwahl-Ambitionen und damit ihren Wahlkampf von potenten Geldgebern finanzieren, die damit natürlich im Dunklen bleiben wollen? Hoffen wir, dass es weniger als fünfzig Prozent sind, so dass sich eine Mehrheit gegen eine solche Bebauung findet. Alles, was interessierte Kreise dafür vorbringen, ist nichts als Spiegelfechterei. Sie wollen kaufen bzw. (die Bauern) verkaufen und profitieren, sonst gar nichts. Besonders lachhaft ist das Argument, dort gehe es um Wohnraum für Familien. Da gebe ich Zehntner Recht. Wer auf so etwas reinfällt, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen. Also: Schutz dem Salzdorfer Tal - gez. Max Geltinger!

