Nix unnötige Panikmache!

Nein, ich glaube nicht, dass das alles "unnötige Panikmache" ist, auch wenn ich Ihnen, Frau Ecker, keinerlei unzuträglichen Motive unterstellen will. Aber wie können Sie so sicher sein? Dass nicht zum Beispiel ein Landwirt in Zukunft so unter wirtschaftlichen Druck gerät, vielleicht sogar gebracht wird, dass ein Nichtverkaufen gar keine Option mehr für ihn ist? Dann wäre es doch für ihn und andere gut, wenn erst kein Landschaftsschutz bestünde, oder? Oder eventuelle Einschränkungen zumindest rasch außer Kraft gesetzt werden könnten? Von der Immobilienbranche ist bekannt, dass sie strategisches Denken und Salami-Taktik beherrscht (z.B. denkmalgeschützte Häuser in der Landshuter Altstadt kaufen und vergammeln lassen, bei Letzterem sogar noch nachhelfen, und dann nach einem Vierteljahrhundert abreißen wollen mit der selber herbeigezauberten Begründung, da sei eine Gefahr für Nachbarn bzw. Öffentlichkeit entstanden). Auch andere bekannte Praktiken dieser Damen und Herren geben schwer zu denken: Alte Laubbäume, die für eine uneingeschränkte Objektverwertung hinderlich sind, trotz Verbots nachts abholzen lassen und über eine eventuelle Geldstrafe von mickrigen 2500 Euro bloß lachen: Hauptsache, die Fakten sind geschaffen! Solche und andere Dinge können Sie hier Jahr für Jahr aus der Zeitung erfahren. Der Gipfel der scheinheiligen Aussagen interessierter Gruppen und ihrer Helfer ist die Behauptung, es solle günstiger Wohnraum für junge Familien geschaffen werden. An nichts ist die Immo-Branche weniger interessiert als am Schaffen von solchem Wohnraum! Hier geht es um extrem verwertbare Luxus-Objekte! Wer mit solchen Aussagen und Machenschaften arbeitet, der erweckt zu Recht Verdacht! --- Übrigens: Absolut jeder, der einen Garten hat, ist bestimmten Vorschriften unterworfen und kann hoffentlich nicht einfach damit machen, was er will. Und, außerdem, was wollen Sie nun von den Mitgliedern der Initiative: dass sie alle dort Anwohner sind, damit man ihnen egoistische Motive unterstellen kann, oder dass sie ganz woanders wohnen und man sie allein deshalb als unglaubwürdig hinstellen kann? Nein, ich glaube, viele Leute erkennen ein immer mehr drängendes Problem unserer Demokratie: dass nämlich, egal ob es um Lebensart, Tradition oder Naturschutz geht, wirtschaftlich dominante Kräfte mittlerweile machen, was sie wollen, weil die sogenannten Politiker längst keine Mehrheitsinteressen mehr vertreten (können). Dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten, das wird höchste Zeit, sofern es überhaupt noch möglich ist. - gez. Max Geltinger