Zum Wahlkampfauftakt haben sich Die Grünen ein umfängliches Wahlprogramm gegeben. Vermutlich würde auch ich mich von super klingenden Slogan blenden lassen, wäre da nicht das eine angeführte Beispiel, wozu ich zufällig über Hintergrundinformationen verfüge, das ‚Salzdorfer Tal. Das Salzdorfer Tal sei angeblich bedroht und benötigt Schutz. Ich empfinde es als eine bewusste Irreführung, wenn uns Bürgern wichtige Informationen vorenthalten werden. Darstellungen der Bürgerinitiative zufolge und aus diversen Gesprächen mit Politikern erfuhr ich, dass zum Salzdorfer Tal schon seit nahezu 40 Jahren Bestrebungen aktiv sind, es zum Landschaftsschutzgebiet zu erklären. Solange schon waren die Betreffenden der Überzeugung, dass das Tal entscheidend bedroht sei. Doch was ist passiert? Die stets gut gemeinten Einflussnahmen der Politiker und Umweltlenker blieben aus und das Tal entwickelte sich stillheimlich so gut, dass es heute von den Betreffenden als Juwel bezeichnet wird. Doch der Stein des Anstoßes befindet sich woanders, am Englbergweg, völlig abgesetzt und entfernt vom eigentlichen Salzdorfer Tal. Dort will man letzte Baulücken schließen (Arrondierung). Abgesehen davon, dass nun viele Aktive der Bürgerinitiative ihre elitäre Randlage des Wohnhauses und damit die wunderbare Aussicht über’s Tal bedroht sehen, fühlen sich die Grünen und die ÖDP provoziert. Um diese Bebauung zu verhindern, ist offensichtlich jedes Mittel recht. Das schlichte Risiko, damit die natürlich gewachsenen gesunden Strukturen der vorhandenen Landwirtschaft durch solch einen massiven Eingriff in Form eines Landschaftsschutzgebiets zu zerstören, wird einfach ignoriert. Militärisch würde man vermutlich vom Kollateralschaden sprechen. Einzig was zählt, ist der Sieg. D.h. das Salzdorfer Tal mit den Betroffenen wird im Kampf gegen das Bauvorhaben am Englbergweg als Druckmittel verwendet. Hierzu wird dem Bürger suggeriert, das Salzdorfer Tal sei von einem ‚Flächenfraß‘ ernsthaft bedroht. Doch wo bitte findet denn der Flächenfraß in Salzdorf statt? Dem Bürger kann man’s nicht verübeln, in dem er die Landschaftsschutzbestrebung mit seinem Votum unterstützt. Er tut’s im guten Glauben, nichts ahnend, dass er damit in Wirklichkeit das Gute zerstören könnte. Haben dann die letzten aktiven Landwirte das Handtuch geworfen, weil ihnen die knebelnden Auflagen eines Landschaftsschutzgebiets die Perspektive nehmen, bleibt nur noch die Frage, was dann aus dem schönen Kulturbild wird? Ob die Wahlkampfaussagen bei anderen angeführten Maßnahmen die Realität widerspiegeln, kann ich nicht beurteilen. Das Salzdorfer Tal ist jedenfalls zu wertvoll, um es für Wahlkampfinteressen zu verbraten - gez. Alexandra Ecker

