Sehr geehrter Herr Hagen: Beinahe voll stimme ich mit Ihnen überein. Frau Rosemarie Schwenkert würde ich freilich absolut nicht als "Kulturfeindin" bezeichnen und deshalb ausnehmen, deshalb das "beinahe". (Ich weiß auch nicht, warum ausgerechnet diese Frau immer wieder so etwas abkriegt.) Aber man darf auch eines nicht vergessen: Die ausgesprochenen Kultur-Feinde und Anti-Kultur-Polterer sind ja fast schon wieder was für die Freunde der Karikatur in sämtlichen Formen. Man weiß bei ihnen, woran man ist. Viel schlimmer unter den Politikern und MöchtegernInnen dahier ist die stattliche Zahl der Unbeleckten und völlig Gleichgültigen, die ihr Interesse heucheln, weil das zählt was bei Bürgersleuten. Kulturstadt, das heißt da für die meisten eine Stadt, in der man möglichst mehr als nur ein preiswertes Schweinsschnitzel zusammen mit einem gefälligen Rokoko-Trio konsumiert - scheee! Bildende Kunst: muss gegenständlich und möglichst bunt sein. Oder von Respektspersonen hergestellt. Theater: muss möglichst viel Geschrei und Gesabber und Herumgeturne aus Existenznot enthalten, so dass einem öfters das Lachen im werten goldbehängten Hals steckenbleibt und man danach wieder ein Stück weit aufgeklärter ist. Ja, da lernt man was! Und schließlich: Kultur in Landshut muss vor allem nach möglichst vielen grellen Parfüms durcheinanderstinken, das passt auf alle Fälle. - gez. Hans Zehntner

