Kosten-Nutzen (Herrn Prof. Stauffert)

Sehr geehrter Herr Prof. Stauffert, Kosten-Nutzen-Berechnungen bei Infrastrukturprojekten anzustellen ist grundsätzlich nicht verkehrt. Vor allem wird der volkswirtschaftliche Nutzen der Projekte viel zu wenig veröffentlicht. Bei der Veranstaltung vorgestern Abend (Pro B15neu in Schönbrunn) war das ein Diskussionspunkt. Die B15neu hat erheblichen volkswirtschaftlichen Nutzen, der Diskussion stelle ich mich gerne. Die Ansätze dieser Bewertungen werden übrigens derzeit vom BMVBI neu bestimmt (insofern wird sich der Faktor bei der B15neu erst herausstellen) - ich war lange Zeit im Arbeitskreis der BAST und des BMVBI zur ganzheitlichen Bewertung von Infrastrukturmaßnahmen und kenne die aktuellen Diskussionen. Bisher fehlen bspw. vernünftige Ansätze für Arbeits- und Freizeitverluste. Außerdem werden die Betriebskosten lediglich aus staatlicher Hinsicht bewertet (die Steuereinnahmen werden wieder abgezogen - was aus Sicht der Bürger ein Witz ist). Ein Beispiel für eine korrekte Bewertung: Wir haben von Prof. Schneider (Institut für Volkswirtschaft - Uni Linz) eine Berechnung durchführen lassen, wie groß der volkswirtschaftliche Schaden von 20 Jahren Bauverzögerung der A94 von Pocking nach München war. Die Berechnung liegt mir vor. Der Schaden beträgt ca. 1 Milliarde € - die Kosten der damals noch nicht fertig gestellten Teilstücke bei etwa 500 Millionen! Freundliche Grüße Alexander Putz