Wer keine Inhalte mehr vertritt, braucht Feindbilder

Die geplagte CSU-Seele hat es nicht leicht. Atomenergie, Wehrpflicht, Abneigung gegen Homosexuelle - wichtige konservative Kernthemen mussten geräumt werden. Da braucht es natürliche Feindbilder, die den geneigten CSU-Anhänger ohne große geistige Anstrengung mobilisieren. Da Ausländer als Feindbild auf Dauer doch etwas monoton werden, muss es eben die gute alte DDR sein, die Franz-Josef Strauß - neben südamerikanischen Diktaturen - noch so fleißig mit Krediten und Kooperationen versorgte. Da spielt es dann keine Rolle mehr, wenn es in den anderen Parteien mindestens ebensoviele alte Blockflöten gibt. Und die Alt-Nazis, die auch in der CSU mit offenen Händen aufgenommen wurden - das ist ja was ganz anderes. Selbst, dass CDU/CSU und SPD mit Kiesinger ein altes NSDAP-Mitglied zum Kanzler wählten, wenn juckt das schon. Mit Geschichte hat man's halt bei der JU nicht so. Lieber die x-te rote Socken Kampagne, die schon unter Helmut Kohl niemanden mehr hinter dem Ofen hervorlockte. - gez. Stefan Hölz