Weder die Briefwahl noch die Wahl an der Urne wird der "große Renner" sein. Das weiß und spürt jeder, der sich umhört und umschaut. Der Wähler weiß, dass sich an vielen bedenklichen Zuständen nichts Spürbares ändern wird, egal wen oder was er wählt, oder ob er gleich daheim bleibt. Parteien und Listen werden je nach Bedarf gegründet, obwohl ein Teil dieser Aktiven noch in einer anderen Partei ist, in diesem Fall der CSU. An diesem und zahllosen anderen Beispielen merkt der Wähler, dass es vor allem, wenn nicht allein, um Wiederwahl und Posten geht, und dass den frisch Gewählten die meisten Bürgeranliegen genau so wurscht sein werden wie zuvor. Bezeichnend ist auch, dass Inhaber von Stadtratssitzen gar nicht daran denken, aus Gründen von Seniorität oder demokratischer Erneuerung diese Sitze zugunsten Jüngerer freiwillig aufzugeben. Fast alle treten wieder an, denn: Man kann sich halt so schön produzieren! Warum also soll sich ein Wähler da engagieren? Herauskommen dürfte einmal wieder eine Wahlbeteiligung, bei der am Ende fast alle dumm dastehen. Dann wird es heißen: Schwamm drüber, jetzt machen wir erst mal sechs Jahre lang so weiter wie bisher! - gez. Max Geltinger

