Sehr geehrte Frau Brinkheimer, Sie sollten sich das doch noch einmal überlegen. "Unnötig wie ein Kropf" ist ein Urteil, das keiner genaueren Prüfung standhält. In Europa wird es wenigstens öffentlich, wenn Unsinn gebaut wird; und die Öffentlichkeit kann viel erreichen. Beispiel: Staubsauger, was vermutlich schon durch das öffentliche Echo nichts wird, ebenso wie bei den Ölkännchen. Die berühmte Verordnung über die Krümmung von Salatgurken, übrigens vom Gemüsehandel gewollt und durchgesetzt, wegen der rationelleren Verpackung, wurde schon vor Jahren wieder aufgehoben. Ja, es stimmt, dass sich dort zu viele zu hoch bezahlte Politiker und Beamte herumtreiben. Aber aus einer geschichtlichen Perspektive heraus muss man sagen: trotzdem, und jetzt erst recht! Die europäischen Einzelstaaten werden, was Einfluss und Selbstbestimmung betrifft, auf globaler Ebene in wenigen Jahrzehnten einpacken können, wenn sie nicht weiter zusammenrücken. So öffentlich über die eigene staatliche Organisation schimpfen können Sie ohne sehr negative Folgen für sich selbst nicht in vielen Teilen der Welt (und sich obendrein für Verbesserungen einsetzen). Also lassen Sie mal die Kirche im Dorf! Das sagt Ihnen einer, der beruflich viel in Europa zu tun hatte und der sich auch woanders auskennt. Gehen Sie wählen, und wenn aus Protest - immer noch besser als gar nicht! - gez. Volker Mauersberger

