Landshut - pm (30.01.2026) Für kommenden Montag, 2. Februar, ruft die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) die Beschäftigten der kommunalen Verkehrsbetriebe deutschlandweit zum Warnstreik auf. In Landshut betrifft das den Verkehrsbetrieb der Stadtwerke. Die Beschäftigten fordern aufgrund der immer größer werdenden Belastung durch den Verkehr und die steigenden Fahrgastzahlen die Absenkung der Arbeitszeit auf 35 Stunden pro Woche und eine Lohnerhöhung von 668,75 €uro.
„Auf den ersten Blick erscheint diese Zahl willkürlich und viel zu hoch – doch bereits seit 2005 gibt es in den kommunalen Stadtwerken eine Zwei-Klassen-Gesellschaft: Die Beschäftigten im Verkehrsbetrieb verdienen sehr viel weniger als ihre Kolleginnen und Kollegen in den restlichen Bereichen der Stadtwerke.“, sagt Nicolaus Riebl, zuständiger ver.di-Gewerkschaftssekretär für Verkehr in Niederbayern. „Jedoch leisten alle Berufsgruppen bei den Stadtwerken wichtige Arbeit für unser alltägliches Leben und deshalb muss diese Ungleichbehandlung endlich beendet werden!“
Von der geforderten Entlastung ist im Angebot des Kommunalen Arbeitgeberverbands Bayern (KAV) nach der ersten Verhandlungsrunde jedoch nichts zu spüren, ganz im Gegenteil: Laut ihrer Vorstellung soll eine Möglichkeit eingeführt werden, die wöchentliche Höchstarbeitszeit auf bis zu 42 Stunden freiwillig auszudehnen. Dafür wird eine Lohnerhöhung von 110 € geboten.
Zum Hintergrund:
Anders als in anderen Bundesländern gibt es in Bayern nur einen Tarifvertrag Nahverkehr, der sowohl die Entgelte als auch die Arbeitsbedingungen regelt. Die Gewerkschaft will die Tarifverträge trennen, da die Erfahrung zeigt, dass Verbesserungen der Arbeitsbedingungen in schwierigen Zeiten schnell gegen eine Anhebung der Entgelte ausgespielt werden. ver.di strebt eine bundesweite Angleichung der Arbeitsbedingungen auf hohem Niveau an. Seit Jahren weist ver.di darauf hin, dass ein verlässlicher ÖPNV - ein Mobilitätsgarant für alle Menschen - nur möglich ist, wenn ausreichend Personal für die Branche gewonnen und in dieser gehalten werden kann. Hierfür ist eine solide Finanzierung von Nöten, die von Ländern und dem Bund mitgetragen wird. Der Verweis auf die klammen Kassen der Kommunen ist keineswegs neu. Der sich zuspitzenden Lage kann nur mit einer grundlegend anderen Finanzierung des ÖPNV begegnet werden. Wer Antworten im Sparen an den Beschäftigten sucht, hat das Ziel einer nachhaltigen Verkehrswende aufgegeben. Die zweite Verhandlungsrunde findet am 13.02.2026 in München statt.
Informationen zur Kundgebung:
Am Montag fahren die Beschäftigten der Verkehrsbetriebe Landshut und Passau nach Regensburg, um dort gemeinsam mit den Regensburger Beschäftigten auf dem Betriebshof eine Auftaktkundgebung durchzuführen.
Ab 4:00 Uhr: Streikposten vor dem Verkehrsbetrieb Landshut (Schulstr. 1)
7:15 Uhr: Versammlung dort mit kleinem Frühstück
7:45 Uhr: Busabfahrt nach Regensburg
9:00 Uhr: Beginn der Kundgebung in Regensburg (Markomannenstr. 1)
Ca. 11:30 Uhr: Rückfahrt nach Landshut
Der Streikaufruf gilt ganztägig.

